Kindesentzug: Dan darf nach Hause

Sie kamen im Morgengrauen, Oktober 2006. Mitarbeiter des Jugendamtes Berlin-Marzahn-Hellersdorf. Sie rissen den kleinen Dan aus dem Schlaf, mit Gewalt trennten sie ihn von seiner Mutter Heidi Schulz und seinen Schwestern. Die verzweifelten Schreie ihres damals siebenjährigen Sohnes hat die Familie mit der Videokamera dokumentiert. Panorama berichtete im Januar 2009 über diesen spektakulären Fall von Kindesentzug. Jetzt, nach 3 Jahren Trennung, darf der kleine Dan wieder nach Hause - so hat es schließlich ein Gericht entschieden.

Ordner und Stempel in einer Behörde © dpa

Erlebnisse wie die von Heidi Schulz sind keine Seltenheit. 2009 nahmen deutsche Jugendämter mehr als 32.000 Kinder in Obhut. Das sind jeden Tag fast 90 Kinder, die von ihren Familien getrennt und in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Familien, in denen Kinder missbraucht und vernachlässigt werden. Im Fall von Heidi Schulz hatte ein Gutachter der Mutter Erziehungsunfähigkeit attestiert. Ihr wurde das Sorgerecht entzogen. Der kleine Dan kam in ein Heim. Zu Beginn durfte er seine Mutter nur einmal im Monat sehen.

Jahrelang kämpfte die verzweifelte Heidi Schulz um ihren Sohn. Erst vor kurzem entschied ein Gericht: Es liegt gar keine Kindeswohlgefährdung vor, das Gutachten über die Erziehungsfähigkeit der Mutter war fehlerhaft. Dan darf endlich nach Hause. Wir haben die Heimkehr des heute Elfjährigen begleitet.

Dieses Thema im Programm:

Panorama | 18.03.2010 | 21:45 Uhr