Windenergie: Ökos blockieren Ökostrom

Man sieht sie schon von weitem, die riesigen Windparks überall an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Gebaut, um umweltfreundliche Energie zu produzieren. Doch viel zu oft stehen die Räder still.

Grund ist nicht etwa eine andauernde Flaute: Die Windräder müssen abgeschaltet werden, denn es fehlen die Stromleitungen, um die Energie von der Küste ins Inland zu transportieren. Der Ausbau der Netze hinkt Jahre hinterher, denn er wird von zahllosen Bürgerinitiativen blockiert. Fast überall, wo eine neue Stromleitung gebaut werden soll, organisiert sich der Widerstand. Mal wird gegen die hohen Strommasten protestiert, mal für unterirdische Leitungen. In jedem Fall führen Klagen und Gerichtsverfahren zu einer erheblichen Verzögerung des Netzausbaus.

Windenergie: Ökos blockieren Ökostrom
Die riesigen Windparks an der Nord- und Ostseeküste sollen umweltfreundliche Energie produzieren, stehen aber viel zu oft still. Es fehlen die Stromleitungen, um die Energie zu transportieren.

Und dabei sind es paradoxer Weise oft ökologische Argumente, die den Ausbau des Ökostroms behindern. Auch wenn die Stromriesen den Verdacht von sich weisen: Ihnen dürften die Blockaden gut ins Konzept passen. Denn statt umweltfreundlicher Windenergie können sie so - länger als politisch geplant - Atom- und Kohlestrom in die Netze einspeisen und daran gut verdienen. Panorama über eine unfreiwillige Allianz von Bürgerinitiativen und Stromkonzernen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Panorama | 10.06.2010 | 21:45 Uhr