Gewalt beim Fußball: Rassismus statt Integration

Gemeinsam Sport treiben gilt als wertvolle Freizeitbeschäftigung, und Fußball verbindet ohnehin. Kein Wunder also, dass der Deutsche Fußball Bund seinen Sport in zahlreichen Imagekampagnen als ideales Integrationsmedium anpreist.

Ausschreitungen in der Landesliga: Nach einem Spiel kommt es zu einer Schlägerei zwischen Spielern und Betreuern beider Mannschaften. © dpa / picture-alliance Foto: Patrick Seeger

Besonders unter DFB-Präsident Theo Zwanziger ist eine wahre Integrations-Offensive zu beobachten: Integrationspreise, Hochglanz-Werbespots und bunte Broschüren mit Promis preisen den Vereinsfußball als Wundermittel auf dem Weg zu mehr Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Die Wahrheit ist: Die Integration klappt bestenfalls im Profi-Fußball. Im Jugendbereich allerdings und in den kleineren Fußball-Ligen droht sich der Konflikt zwischen Deutschen ohne Migrationshintergrund und aus der Türkei, Kurdistan oder Albanien eingewanderten Fußballern immer weiter auszubreiten. Zahlreiche Spielabbrüche wegen Gewalt oder Rassismus widersprechen dem DFB-Wunschbild vom integrativen Sport: Denn offenbar finden ethnisch unterschiedliche Fußballteams auf dem Platz ein ideales Ventil, um ihre Abneigungen gegen andere offen auszutragen.

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Das Erste | Panorama | 06.05.2010 | 22:00 Uhr