Kinderschänder im Klassenzimmer - Schulbehörden schauen weg

Er fotografierte das Mädchen in verschiedenen Posen: In Dessous, in Strapsen und schließlich völlig nackt. Das Problem: Das Mädchen war erst 13 Jahre alt und der Fotograf ein Lehrer. Inzwischen wurde der Mann zu elf Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Unterricht in einem Klassenzimmer © dpa/picture-alliance Foto: Patrick Pleul

Die Richterin kritisierte in ihrem Urteil die Hamburger Schulbehörde ungewöhnlich scharf: Dass dieser Lehrer überhaupt so lange im Schuldienst bleiben konnte, so die Richterin, sei der eigentliche Skandal. Denn der Lehrer war schon seit Jahren für sexuelle Übergriffe bekannt.

Die Schulbehörde aber spielte die Vorfälle immer wieder herunter, versetzte den Lehrer an immer neue Schulen. Aufklärung mangelhaft. Der Bundesverein zur Prävention von sexuellem Missbrauch kritisiert die Schulbehörden immer wieder: Pädophile Lehrer würden bundesweit nach Missbrauchsfällen viel zu oft an neue Schulen versetzt, statt sie sofort aus den Klassenzimmern zu entfernen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Panorama | 16.04.2009 | 21:45 Uhr

Weitere Informationen

Redaktioneller Hinweis:

Einige ältere Beiträge sind selbst Spiegel der Zeit: Sie enthalten zum Teil diskriminierende Darstellungen und Sprachgebräuche. Sexistische, rassistische, ableistische, antisemitische, homophobe, transphobe u.ä. diskriminierende Haltungen und Praktiken hatten damals wie heute negative Folgen für die von ihnen Betroffenen. Wir kaschieren diese Vergangenheit nicht, sondern machen sie transparent, um eine Konversation darüber zu ermöglichen.