Sexueller Missbrauch - Wie Bischöfe versuchen, die Taten von Priestern zu verschleiern

Bischöfe von hinten gesehen bei der Bischofskonferenz in Fulda © picture-alliance/ dpa Foto: Arne Dedert

Wenn Florian (Name geändert) an seine Jugend denkt, dann erinnert er sich an Schuld und Scham. Ein Jahr lang hat ein Pfarrer ihn sexuell missbraucht, hat den Jungen immer wieder zum Oralverkehr gezwungen. Lange schweigt Florian. Schließlich vertraut er sich dem Bischof von Würzburg an. Doch statt ihm zu helfen, so erzählt Florian, habe der Bischof ihm nahe gelegt, mit niemandem über die Sache zu sprechen und von einer Anzeige Abstand zu nehmen, damit nichts an die Öffentlichkeit gelangt. Der zuständige Generalvikar verteidigt das Vorgehen des Bischofs. Er habe korrekt gehandelt und sofort ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet.

Ähnliche Fälle gibt es in anderen Bistümern. Es gibt Schweigeklauseln und selbst ein einschlägig vorbestrafte Pfarrer darf wieder mit Kindern arbeiten. Klare Verstöße gegen die eigenen Leitlinien. Denn erst 2002 hat die Bischofskonferenz beschlossen, sie würde alles tun, um den Opfern von Missbrauch zu helfen - und die Öffentlichkeit "angemessen" zu informieren. Panorama über Bischöfe, die versuchen, die Taten von Priestern zu verschleiern.

Dieses Thema im Programm:

Panorama | 16.08.2007 | 21:45 Uhr