Elitär, autoritär, undemokratisch – Die olympische Führungskaste IOC

von Christine Adelhardt, Norbert Lübbers, Jan Paul Schwandt

Das Internet ist zensiert, ausländische Reporter können sich nicht frei bewegen, von Pressefreiheit keine Spur. Das Gastgeberland China zeigt sich kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele unnachgiebig diktatorisch.

IOC bleibt bei Olympia-Bann für Dopingsünder © AFP

Und was sagt das Internationale Olympische Komitee (IOC)? Die Herren der Ringe präsentieren sich als Opfer. Die Chefs der Olympischen Spiele tun so, als müssten auch sie sich notgedrungen den chinesischen Machthabern beugen. "Wir sind Idealisten und Idealisten sind manchmal ein wenig naiv", so versucht IOC-Präsident Jacques Rogge zu erklären, warum sein mächtiger Verband angeblich nichts unternehmen kann.

Idealisten? Naiv? Die 110 Mitglieder des IOC sind alles andere als das. Im sportpolitischen Olymp residieren überwiegend betagte Männer: Lobbyisten, Multimillionäre, Diktatorenfreunde, rechtskräftig verurteilte Wirtschaftskriminelle und auffallend viele Sprösslinge aus Herrscherfamilien. Ihre Vollversammlung nennen sie Parlament, doch durch unabhängige Wahlen kommt keiner in den elitären Club. Sie ernennen sich einfach gegenseitig. Unabhabhängige Kontrolle: Fehlanzeige. Ihr Demokratieverständnis ist eher unterentwickelt. Ihr Machtwille dafür umso größer. Und die Nähe zu totalitären Regimen war für die Herren der Ringe noch nie ein Problem. Warum also sollte ausgerechnet dieser undemokratische Verein für Freiheitsrechte kämpfen?

Dieses Thema im Programm:

Panorama | 07.08.2008 | 21:45 Uhr