Stand: 01.03.18 20:26 Uhr

Raubzug im Netz: Drahtzieher gefasst

Ein 35-jährige Ukrainer, der als einer der Hauptverantwortlichen für das weltweit operierende "Avalanche"-Netzwerk gilt, ist in Kiew festgenommen worden, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Gennadi Kapkanow, der einen gefälschten Pass bei sich hatte, soll das "technische Gehirn" eines räuberischen Hacker-Netzwerkes gewesen sein, über das Panorama im April 2017 berichtet hatte.

Das Botnetzwerk "Avalanche"

Raubzug im Netz - wie Verbraucher geplündert werden
Ein Klick und das Geld ist weg, Anhang geöffnet und der Computer ist gekapert - allein in Deutschland wurden mehr als 50.000 Opfer eines Computerbetrugs von Cyberkriminellen.

Weltweiter Ermittlungserfolg

Ein Gericht in seinem Wohnort Poltawa in der Zentralukraine soll über das weitere Schicksal des Verdächtigen entscheiden. Die Behörden teilten allerdings mit, dass Kapkanow der Prozess wegen Cyberkriminalität gemacht werden soll.

Verdens Oberstaatsanwalt Frank Lange

Oberstaatsanwalt Frank Lange hat immer daran geglaubt, den Hauptverdächtigen zu fassen.

Am 30. November 2016 hatten Strafverfolgungsbehörden aus 40 Ländern einen weltweiten Schlag gegen "Avalanche" ausgeführt. Die Server wurden abgestellt und Beschuldigte festgenommen. Doch Kapkanow wurde damals von einem Gericht wieder auf freien Fuß gesetzt und konnte untertauchen. Der zuständige deutsche Oberstaatsanwalt Frank Lange sagte damals in Panorama: "Irgendwann kriegen wir ihn." Nun ist es soweit.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Panorama | 20.04.2017 | 21:45 Uhr