Stand: 21.06.12 16:38 Uhr

Droht Vodafone Kunden mit Schufa-Eintrag?

Die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern wird in Deutschland in den meisten Fällen mithilfe so genannter Auskunfteien, wie zum Beispiel der "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" (Schufa) ermittelt. Diese berechnen aus verschiedenen Kriterien einen Wert - das so genannte "Scoring" - der Auskunft darüber geben soll, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Kunde seine Rechnungen begleicht oder seinen Kredit zurückzahlt. Der Mobilfunk-Konzern Vodafone hat nun Kunden offenbar mit Schufa-Einträgen gedroht, damit diese strittige Rechnungen begleichen. Dagegen klagt die Verbraucherzentrale Hamburg, wie NDR Info berichtet.

Panorama hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach über die Fragwürdigkeit dieser Verfahren und ihre Auswirkungen auf Verbraucher berichtet. Nach einer Studie des Bundesverbraucherschutz-ministeriums im Jahr 2009 waren die gespeicherten Informationen zur Kreditwürdigkeit von Verbrauchern auch noch oft fehlerhaft - bei der Schufa betraf dies damals fast die Hälfte aller Einträge.

Bereits im Dezember 2005, hatte Panorama über das Scoring berichtet. Damals erklärten uns Branchenvertreter bereitwillig, wie zum Beispiel Anrufer in Callcentern analysiert werden, und der Wert (englisch: "Score") des Kunden ermittelt wird: Beruf, Wohnort, Einkommen - aus einer Fülle von Daten werden bei vielen Dienstleistern Kundenprofile erstellt. Wer einen schlechten "Score" hat, wird zum Beispiel in der Warteschlange immer wieder nach hinten sortiert, muss höhere Kreditzinsen zahlen oder bekommt schlechtere Konditionen beim Handy-Vertrag.

Schmoren in der Warteschleife - Wie Callcenter lästige Anrufer aussortieren
Wer ein großes Unternehmen anruft, landet oft erst einmal in einer Warteschleife. Meist hat der Computer dann schon längst den Wert (englisch: "Score") des Kunden abgerufen. (Panorama-Beitrag vom 08.12.05)

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Panorama | 20.06.2012 | 06:00 Uhr