12.02.09 | 21:45 Uhr

Der Staat zahlt, die Aktionäre kassieren – Dividenden trotz Wirtschaftskrise

Die Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds wurde erhöht. © dpa/picture-alliance Fotograf: Patrick Pleul

Markus Jantschke hat im Moment viel Zeit. Er ist einer von 10 000 Kurzarbeitern bei Thyssen-Krupp Steel. Eigentlich freut sich Markus Jantschke, wenn er Zeit mit seiner Familie verbringen kann. Doch nun ist die Lage anders. "Mir fehlen jetzt im Monat 200 Euro und dann muss man natürlich gucken, wie man hinkommt."

Sein Arbeitgeber hat Kurzarbeit angemeldet, um Geld zu sparen in Zeiten der Wirtschaftskrise. Gut für das Unternehmen, schlecht für den Staat. Denn der zahlt als Lohnersatzleistung Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten. Jantschkes Arbeitgeber lässt sich also vom Staat subventionieren. Gleichzeitig hat der Konzern allerdings mehr als 600 Millionen Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Ein zumindest fragwürdiger Vorgang. Nicht viel anders in der Automobilbranche: Selbst die krisengeschüttelten Autohersteller wollen offenbar Geld an ihre Aktionäre auszahlen - und dass, obwohl sie von der Abwrackprämie, also Staatshilfe, profitieren. Panorama über Dax-Unternehmen, die Staatshilfen nutzen und gleichzeitig ihre Aktionäre mit Dividenden bei Laune halten.