15.10.09 | 21:45 Uhr

Iraner in Deutschland: Das Regime verfolgt seine Kritiker

Die Iraner ringen derzeit um die politische Zukunft ihres Landes – auch in Deutschland. Seit den mutmaßlich gefälschten Präsidentschaftswahlen im Juni, aus denen der radikale Mahmud Ahmadinejad als Sieger hervorging, gehen auch Tausende hier lebende Iraner regelmäßig auf die Straße, um gegen den "Staatsstreich" zu protestieren. Viele früher unpolitische Exiliraner stehen heute mit Landsleuten im Inland in Verbindung und erhalten immer neue Schreckensnachrichten aus der Heimat: Nachrichten von brutalen Morden durch Sicherheitskräfte, von Vergewaltigung und Folter. Dies hat den berüchtigten iranischen Geheimdienst auf den Plan gerufen. Sein Ziel ist es, die Proteste zum Schweigen zu bringen.

Veranstalter und Teilnehmer von Antiregierungsdemonstrationen werden von iranischen Agenten eingeschüchtert und bedroht. „Die iranischen Machthaber  sehen es als Gefahr an, wenn es den Oppositionellen hier gelingt, die Öffentlichkeit und die Bundesregierung mehr für die Menschenrechtslage im Iran zu interessieren," sagt der in Deutschland lebende Regimekritiker Faraj Sarkuhi.

Exil-Iraner protestieren gegen Wahlausgang © picture-alliance/ dpa Fotograf: epa Yusni

Panorama hat sowohl bei den Regimegegnern als auch im Umfeld der iranischen Botschaft recherchiert. Drohanrufe, Observation von Protestveranstaltungen, Unterwanderung von Oppositionsgruppen und Schikanen bis hin zu Festnahmen bei Verwandtschaftsbesuchen im Iran gehören demnach zu den gängigen Methoden des Geheimdienstes.