Millionär ohne Moral - Kunstsammler Flick und sein Nazi-Erbe

von Bericht: Thomas Berndt und Stephan Stuchlik
Friedrich Christian Flick © picture-alliance / schroewig Foto: SCHROEWIG/CS

In Zürich und anderswo wurden seine Bilder abgewiesen. Ein unmoralisches Angebot, befanden Künstler und Medienleute dort - denn eine der bedeutendsten Sammlungen moderner Kunst wurde erst durch Kriegsverbrechergeld möglich. In Berlin werden Friedrich Christian "Mick" Flick und seine Kollektion hingegen mit offenen Armen empfangen. Die Herkunft des Flickschen Vermögens stört die Berliner Regierung offenbar nicht: "Mick" hat seinen Reichtum von seinem Großvater geerbt, der Hitlers wichtigster Waffenlieferant war und im Dritten Reich mit Zwangs- und Sklavenarbeit ein Vermögen erbeutet hat.

Tausende Menschen starben - die Millionen Bares blieben. Der Millionenerbe ohne Moral nahm das "Blutgeld" sehr gerne an, es bescherte ihm ein sicheres Leben. Die Verantwortung für die Nazi-Verbrechen seiner Familie allerdings wollte er nicht übernehmen und weigert sich bis heute, persönlich in den Fond für überlebende Zwangsarbeiter einzuzahlen. Keine Schande, findet offenbar die rot-grüne Regierung in Berlin und hofiert einen vermeintlichen Mäzen mitsamt seinen Moneten.

Dieses Thema im Programm:

Panorama | 13.11.2003 | 21:45 Uhr