Versagen nach Vorschrift - Protokoll eines vermeidbaren Mordes

von Bericht: Holger Baars, Kirsten Hartje, Anja Reschke

In Bremen wird eine Frau ermordet. Carola S. ist 25 Jahre alt, als sie von ihrer Nachbarin mit 38 Messerstichen getötet wird. Carola könnte noch leben, wenn die Behörden rechtzeitig eingegriffen und Informationen ausgetauscht hätten. Denn bereits eine Woche vor ihrem Tod wurde Carola S. schon einmal von der gleichen Täterin angegriffen. Ihre Anzeige bei der Polizei bleibt ohne Folgen.

Dabei ist die Täterin Susanne K. keine Unbekannte. Immer wieder geht sie in den letzen 10 Jahren auf fremde Menschen los. Bedroht sie, sticht mit dem Messer auf sie ein. Susanne K. ist psychisch krank, leidet unter Wahnvorstellungen. Immer wieder weist das Amtsgericht sie in die Psychiatrie ein. Aber davon wiederum weiß die Polizei nichts. Diese Daten erscheinen nicht auf dem Fahndungscomputer. Und so wird Carola eine Woche nach ihrer Anzeige von ihrer Nachbarin ermordet. Weil das zuständige Amtsgericht nichts von den Straftaten weiß und Staatsanwalt und Polizei nichts von der Krankheit. Alle haben etwas gewusst, aber niemand hat den anderen informiert. Und Verantwortung will auch keiner übernehmen.

Dieses Thema im Programm:

Panorama | 11.09.2003 | 20:25 Uhr