Stand: 14.07.19 18:55 Uhr

Fakten zu unserer "Sea-Watch 3"-Reportage

Im Netz kursieren Falschmeldungen und wilde Spekulationen rund um unsere Reportage von der "Sea-Watch 3" - darum hier ein paar kurze Fakten:

Am 9. Juni 2019 ist die "Sea-Watch 3" vom Hafen in Licata (Sizilien) in See gestochen. Unsere Reporter waren von Beginn an dabei und haben des Geschehen auf dem Schiff seitdem jeden Tag bis zur Festnahme von Kapitänin Carola Rackete am frühen Morgen des 29. Juni beobachtet und dokumentiert.

Aufnahme der "Sea-Watch 3" auf hoher See. © NDR Foto: Screenshot

Was geschah an Bord der "Sea-Watch 3"?

Unsere Reporter konnten die Rettung der Menschen von einem Schlauchboot aus direkter Nähe verfolgen und dokumentieren - sie hat im offenen Meer stattgefunden. Informationen über das Schlauchboot in Seenot und dessen Standort wurden, wie im Film zu sehen, per Funk vom Suchflugzeug "Colibri" an die "Sea-Watch 3" durchdurchgegeben. Daraufhin erfolgte die Rettung der Flüchtlinge, die wir auch in unserem Beitrag zeigen.

"Bouri" - kein Hafen, sondern einfach eine Bohrinsel

Die "Sea-Watch 3" hat auch zu keinem Zeitpunkt den "libyschen Hafen Bouri" angelaufen - wie manche im Netz behaupten. "Bouri" ist eine libysche Bohrinsel im Mittelmeer (könnte man mit ein paar Klicks googlen). Schiffe werden dort über Funkwellen registriert, wenn sie in einiger Entfernung an der Bohrinsel vorbeifahren. Jedes Schiff sendet solche Signale aus, um Kollisionen zu vermeiden. Auf dem Weg nach Lampedusa ist vermutlich auch die "Sea-Watch 3" registriert worden, und deshalb findet sich auf Webseiten wie Vesselfinder jetzt der Eintrag "Bouri" bei den Daten zur "Sea-Watch 3". Die "Sea-Watch 3" hat aber zu keinem Zeitpunkt die Bohrinsel (und auch keinen anderen libyschen Ort) angelaufen, und erst recht sind dort nicht die Geflüchteten an Bord gegangen. Warum wissen wir das? Weil wir dabei waren.

Carola Rackete, Kapitänin der Sea Watch 3, steht an Deck mit einem Funkgerät © NDR Foto: Screenshot

Exklusiv: Was geschah an Bord der "Sea-Watch 3"?
Das Sterben im Mittelmeer hat Europa lange verdrängt - "Sea-Watch"-Kapitänin Rackete hat das Thema wieder nach oben gebracht. Panorama war mit an Bord und erzählt die Geschichte hinter den Schlagzeilen.

Reporter haben schon lange von Bord berichtet

Auch dass "erst jetzt" bekannt werde, dass ein deutsches Fernsehteam mit an Bord war, ist falsch. Unsere beiden Reporter haben schon lange vor dem Einlaufen der "Sea-Watch 3" in den Hafen von Lampedusa von Bord berichtet - unter anderem für das NDR- und ARD-Fernsehprogramm.

An wilden, unbelegten Spekulationen beteiligt sich übrigens auch der ehemalige Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, - und teilt entsprechende Links.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Panorama | 11.07.2019 | 21:45 Uhr