Stand: 11.02.15 09:00 Uhr

Jesidische Gemeinden in Deutschland

von Finn Rütten
Eine Gruppe jesidischer Kinder steht vor einem Gebäude. © Carsten Lienemann Fotograf: Carsten Lienemann

In Deutschland leben rund 120.000 Jesiden.

Die meisten der aus dem Nahen Osten vertriebenen Jesiden leben in Deutschland, vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Der Zentralrat der Jesiden geht von rund 120.000 Jesiden in der Bundesrepublik aus. Wie viele Menschen weltweit der jesidischen Glaubensgemeinschaft angehören, ist ebenfalls nicht genau erfasst. Schätzungen gehen von 800.000 bis zu rund 1,2 Millionen aus, circa 550.000 bis 800.000 von ihnen im Nordirak - bis im August 2014 der Vormarsch der IS-Terrormiliz viele zur Flucht zwang. Weitere jesidische Minderheiten gibt es unter anderem in Syrien, dem Iran und der Türkei. Die ersten Jesiden in Deutschland kamen bereits ab den 1960er-Jahren als türkische Gastarbeiter. In ihrer Heimat waren sie, wie viele Kurden, unterdrückt, diskriminiert oder verfolgt worden. Die erste Generation von Jesiden ist bis heute vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ansässig.

  • Zahlen und Fakten: Jesiden weltweit und in Deutschland

    Es gibt nur Schätzungen:

    • Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen (UNHCR): 800.000 Jesiden weltweit
    • Zentralrat der Jesiden: mindestens 1,2 Millionen weltweit, davon leben 120.000 in Deutschland

  • Zahlen und Fakten: Große Jesiden-Gemeinden in Deutschland

    • Im Raum Celle: rund 10.000 Jesiden
    • Bielefeld, Oldenburg/Ammerland, am Niederrhein: jeweils rund 5.000
    • Pforzheim: rund 3.000

  • Zahlen und Fakten

    Mindestens 6.000 Jesiden stellten 2013 in Deutschland Antrag auf Asyl

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Nach dem Militärputsch 1980 in der Türkei und der anschließenden Verfolgung der Jesiden, stiegen die Asylbewerberzahlen in Deutschland an. In den späten 1980er-Jahren mussten viele aus dem Irak fliehen, da das Regime Saddam Husseins die Jesiden vernichten wollte. Seit den islamistischen Terror-Anschlägen 2007 im Irak auf Jesiden und dem syrischen Bürgerkrieg ab 2011 nahm die Zahl der jesidischen Asylbewerber in Deutschland zu. Dieses Mal wanderten sie auch vermehrt in den Süden Deutschlands, primär nach Baden-Württemberg ein.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | #Beckmann | 23.02.2015 | 20:15 Uhr