Juan Carlos - Garant für die Freiheit

Juan Carlos - Garant für die Freiheit

von Helene Heise

König Juan Carlos I. winkt am 19. März 2012 Zuschauern zu. © picture alliance / dpa

Hinter Juan Carlos liegt ein nicht ganz komplikationsloses Jahr 2012.

Jedes Jahr am 5. Januar feiert Juan Carlos I. von Spanien seinen Geburtstag. 2013 ist es der 75. - er beschließt ein Jahr, das für den Regenten nicht ganz so glatt lief, wie er es sich vielleicht vorgestellt hat. Einiges Ungemach ereilte den spanischen König: So gab es einen veritablen Imageverlust aufgrund einer geplanten Elefantenjagd in Afrika und wegen der mutmaßlichen betrügerischen Umtriebe seines Schwiegersohnes Iñaki Urdangarín. Dazu gesellten sich noch diverse gesundheitliche Probleme. So musste Juan Carlos beispielsweise drei Mal operiert werden und hat nun zwei künstliche Hüftgelenke. Und als ob dies noch nicht genug gewesen wäre, schoss sich auch noch sein 13-jähriger Enkel mit einem kleinkalibrigen Schrotgewehr in den Fuß. Alles in allem lief es 2012 also eher unrund für den Monarchen.

Das Leben des Juan Carlos

Der junge Prinz Juan Carlos Anfang der 50er-Jahre auf seinem Fahrrad. Als Zehnjährigen hat Diktator Franco den Bourbonen 1948 aus dem Exil zurückgeholt.

Als Kadett an der Militär-Akademie in Saragossa 1957. Nach der Militärzeit studiert der Prinz Politologie, Volkswirtschaft, Philosophie und Literaturgeschichte.

Sofia und Juan Carlos lernen sich auf einer Ägäis-Kreuzfahrt kennen. Nachdem es kräftig funkt, nimmt das Paar mit der Verlobung am 13. September 1961 Kurs auf den Ehehafen.

Die Hochzeit folgt am 14. Mai 1962: In Athen gibt sich das Paar das Jawort. Während der Trauungszeremonie hält Sofias Vater, König Paul I. von Griechenland, Kronen über die Häupter des Brautpaares.

Das Lächeln für das Hochzeitsfoto ist noch nicht überzeugend: Vielleicht müssen sich Sofia und Juan Carlos erst aneinander gewöhnen. Auch die Hochzeitsgäste blicken etwas ernst.

Nur drei Monate bevor US-Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas erschossen wird, sind Prinz Juan Carlos und Prinzessin Sofia seine Gäste im Weißen Haus in Washington.

Obwohl es noch keinen Thron zu erben gibt, ist die Freude groß, als Prinzessin Sofia nach ihren Töchtern Elena und Cristina am 30. Januar 1968 mit Felipe endlich einen Jungen zur Welt bringt.

Die Sommerferien 1975 verbringt Juan Carlos ganz harmonisch mit Ehefrau Sofia und den Kindern Elena (von links nach rechts), Cristina und Felipe auf Mallorca.

Nicht nur bei öffentlichen Auftritten steht Prinz Juan Carlos stets im Schatten des Diktators General Franco. Nach dessen Tod am 20. November 1975 ist der Weg auf den Thron frei, ...

... und als spanischer König Juan Carlos I. schwört der Bourbone zwei Tage später den Eid auf die Verfassung. Konsequent schlägt der Monarch nun einen Kurs in Richtung Demokratie ein.

Als Putschisten der Guardia Civil am 23. Februar 1981 das Parlament stürmen, bekennt sich Juan Carlos in einer TV-Ansprache zur Demokratie und verhindert den Staatsstreich.

König zu sein ist anstrengend. Deshalb nimmt sich Juan Carlos I. gerne Auszeiten auf dem Meer. Der König ist ein begeisterter Anhänger des Segelsports. 2012 ist mit dem Regatta-Segeln allerdings wegen diverser gesundheitlicher Probleme Schluss.

Ein Vater ist natürlich bei den Hochzeiten seiner Kinder dabei: Als erste traut sich Prinzessin Elena am 18. März 1995 in Sevilla mit Jaime de Marichalar vor den Altar. Die Ehe ist mittlerweile jedoch geschieden.

Prinzessin Cristina heiratet Iñaki Urdangarín am 4. Oktober 1997 in Barcelona, ...

... und Kronprinz Felipe schließt am 22. Mai 2004 mit Letizia Ortiz den Bund für's Leben.

In Offiziers-Uniform nimmt Juan Carlos jedes Jahr am 12. Oktober die Militärparade zum Nationalfeiertag ab.

Auch in der Luft fühlt sich Juan Carlos wohl: Als ausgebildeter Militärpilot greift er bei einem Truppenbesuch zum Steuer einer Hercules-Transportmaschine.

Juan Carlos und seine Frau Sofia im Kreis ihrer Enkelkinder: Der spanische König ist achtfacher Großvater.

Kindheit im Exil

Juan Carlos salutiert zum spanischen Nationalfeiertag am 12. Oktober 2008 © Picture Alliance / dpa

Stillgestanden! Jedes Jahr am 12. Oktober nimmt Juan Carlos die Militärparade zum Nationalfeiertag ab.

Juan Carlos Alfonso Victor Maria de Borbón y Borbón, so heißt Spaniens König mit vollem Namen, kommt im Jahr 1938 in Rom zur Welt. Seine Eltern leben seit der Proklamation der Zweiten Spanischen Republik Anfang der 30er-Jahre im Exil. Nach dem Bürgerkrieg, aus dem General Franco als Sieger hervorging, beschließt der Diktator 1947 zur Sicherung seiner Nachfolge, die Monarchie in Spanien wiedereinzuführen. Mit dem Oberhaupt der spanischen Königsfamilie Juan de Borbón y Battenberg einigt sich Franco 1948 auf dessen Sohn, Prinz Juan Carlos, als spanischen Thronfolger. Der Diktator holt den damals Zehnjährigen nach Spanien und lässt ihn unter seiner Obhut erziehen. Nach seiner Militärausbildung studiert Juan Carlos Politologie, Volkswirtschaft, Philosophie und Literaturgeschichte in Madrid.

Von der Diktatur zur Demokratie

Juan Carlos bei seiner Thronrede anlässlich seiner Vereidigung im Jahr 1975 © Picture-Alliance / dpa

König Juan Carlos I. bei seiner Thronrede im Jahr 1975.

General Franco betraut den Prinzen Juan Carlos seit Ende der 60er-Jahre mit Repräsentationsaufgaben. Am 27. November 1975, zwei Tage nach dem Tod des Diktators, besteigt der Prinz als Juan Carlos I. den Thron Spaniens. Seine Skeptiker überrascht der neue König, indem er die Diktatur Francos nicht fortführt. Stattdessen unterstützt er den Aufbau politischer Parteien und wirkt entscheidend an der Demokratisierung des Staates mit. Nicht allen gefällt das demokratische Spanien. 1981 startet das Militär einen Putschversuch, der aber am Verfassungsbekenntnis des Monarchen scheitert.

Volksnahe Königsfamilie

Glückliches Ehepaar: Sofia und Juan Carlos nach der Hochzeitszeremonie. © Picture-Alliance / dpa

Sofia und Juan Carlos nach der Hochzeit im Jahr 1962.

König Juan Carlos I. ist begeisterter Sportler, segelt, fährt Ski und fliegt Hubschrauber. Seine sportlichen Aktivitäten muss er allerdings aufgrund diverser gesundheitlicher Probleme nach und nach etwas zurückschrauben, so segelt der Monarch im September 2012 seine letzte Regatta. 1962 heiratet er Prinzessin Sofia von Griechenland. Sie ist eine Urenkelin des letzten deutschen Kaisers und die Schwester des griechischen Exil-Königs Konstantin. Das bürgernahe Monarchenpaar lebt im Zarzuela-Palast bei Madrid und hat drei Kinder: Die Töchter Elena (geb. 1963) und Cristina (geb. 1965) sowie Felipe (geb. 1968). Mittlerweile ist Juan Carlos stolzer Großvater von acht Enkelkindern.

Stand: 20.12.12 11:05 Uhr

In Kürze

Juan Carlos Alfonso Victor Maria de Borbón y Borbón

* 5. Januar 1938

Heirat:
14. Mai 1962 mit Prinzessin Sofia von Griechenland

* 2. November 1938

Kinder:
Elena
* 20. Dezember 1963

Cristina
* 13. Juni 1965

Felipe
* 30. Januar 1968