Juan Carlos - Garant für die Freiheit
Juan Carlos - Garant für die Freiheit
von Helene Heise
Hinter Juan Carlos liegt ein nicht ganz komplikationsloses Jahr 2012.
Jedes Jahr am 5. Januar feiert Juan Carlos I. von Spanien seinen Geburtstag. 2013 ist es der 75. - er beschließt ein Jahr, das für den Regenten nicht ganz so glatt lief, wie er es sich vielleicht vorgestellt hat. Einiges Ungemach ereilte den spanischen König: So gab es einen veritablen Imageverlust aufgrund einer geplanten Elefantenjagd in Afrika und wegen der mutmaßlichen betrügerischen Umtriebe seines Schwiegersohnes Iñaki Urdangarín. Dazu gesellten sich noch diverse gesundheitliche Probleme. So musste Juan Carlos beispielsweise drei Mal operiert werden und hat nun zwei künstliche Hüftgelenke. Und als ob dies noch nicht genug gewesen wäre, schoss sich auch noch sein 13-jähriger Enkel mit einem kleinkalibrigen Schrotgewehr in den Fuß. Alles in allem lief es 2012 also eher unrund für den Monarchen.
Kindheit im Exil
Stillgestanden! Jedes Jahr am 12. Oktober nimmt Juan Carlos die Militärparade zum Nationalfeiertag ab.
Juan Carlos Alfonso Victor Maria de Borbón y Borbón, so heißt Spaniens König mit vollem Namen, kommt im Jahr 1938 in Rom zur Welt. Seine Eltern leben seit der Proklamation der Zweiten Spanischen Republik Anfang der 30er-Jahre im Exil. Nach dem Bürgerkrieg, aus dem General Franco als Sieger hervorging, beschließt der Diktator 1947 zur Sicherung seiner Nachfolge, die Monarchie in Spanien wiedereinzuführen. Mit dem Oberhaupt der spanischen Königsfamilie Juan de Borbón y Battenberg einigt sich Franco 1948 auf dessen Sohn, Prinz Juan Carlos, als spanischen Thronfolger. Der Diktator holt den damals Zehnjährigen nach Spanien und lässt ihn unter seiner Obhut erziehen. Nach seiner Militärausbildung studiert Juan Carlos Politologie, Volkswirtschaft, Philosophie und Literaturgeschichte in Madrid.
Von der Diktatur zur Demokratie
König Juan Carlos I. bei seiner Thronrede im Jahr 1975.
General Franco betraut den Prinzen Juan Carlos seit Ende der 60er-Jahre mit Repräsentationsaufgaben. Am 27. November 1975, zwei Tage nach dem Tod des Diktators, besteigt der Prinz als Juan Carlos I. den Thron Spaniens. Seine Skeptiker überrascht der neue König, indem er die Diktatur Francos nicht fortführt. Stattdessen unterstützt er den Aufbau politischer Parteien und wirkt entscheidend an der Demokratisierung des Staates mit. Nicht allen gefällt das demokratische Spanien. 1981 startet das Militär einen Putschversuch, der aber am Verfassungsbekenntnis des Monarchen scheitert.
Volksnahe Königsfamilie
Sofia und Juan Carlos nach der Hochzeit im Jahr 1962.
König Juan Carlos I. ist begeisterter Sportler, segelt, fährt Ski und fliegt Hubschrauber. Seine sportlichen Aktivitäten muss er allerdings aufgrund diverser gesundheitlicher Probleme nach und nach etwas zurückschrauben, so segelt der Monarch im September 2012 seine letzte Regatta. 1962 heiratet er Prinzessin Sofia von Griechenland. Sie ist eine Urenkelin des letzten deutschen Kaisers und die Schwester des griechischen Exil-Königs Konstantin. Das bürgernahe Monarchenpaar lebt im Zarzuela-Palast bei Madrid und hat drei Kinder: Die Töchter Elena (geb. 1963) und Cristina (geb. 1965) sowie Felipe (geb. 1968). Mittlerweile ist Juan Carlos stolzer Großvater von acht Enkelkindern.
Stand: 20.12.12 11:05 Uhr