Stand: 08.06.13 20:20 Uhr

Madeleine und Chris sagen "Ja"

Bei strahlendem Sonnenschein in Stockholm haben sich Prinzessin Madeleine und Christopher O'Neill am 8. Juni 2013 in der Kapelle des Stadtschlosses das Jawort gegeben. Die jüngste Tochter von König Carl Gustaf und der amerikanische Investmentbanker gaben sich das Eheversprechen in ihrer jeweiligen Muttersprache. Der 38-jährige Bräutigam kämpfte mit den Tränen, als er die Braut an der Seite ihres Vaters erblickte und dann mit ihr zum Altar schritt.

Madeleine ist unter der Haube

Madeleine trug eine klassische weiße Robe mit Spitzenbesatz des italienischen Star-Designers Valentino, mit einer vier Meter langen Schleppe und einem noch längeren Schleier darüber. In ihrem zum Knoten zusammengebundenen Haar steckte ein glänzendes Diadem. Marie Fredriksson vom Pop-Duo Roxette sang während der Zeremonie den Titel "Ännu doftar kärlek" (Noch immer duftet die Liebe), Kronprinzessin Victoria trug das Friedensgebet des heiligen Franz von Assisi vor. Die Zeremonie leiteten Bischof Lars-Göran Lönnermark und Kaplan Michael Bjerkhagen auf Englisch und auf Schwedisch.

Mit Kutsche und Boot zum Hochzeitsbankett

Unter dem Jubel Tausender Schaulustiger fuhr das Brautpaar anschließend in der royalen Kutsche, in der schon Königin Silvia und Victoria als frisch Vermählte saßen, quer durch die Stockholmer Innenstadt bis zur Insel Riddarholmen in der Altstadt. Dort bestiegen Madeleine und Chris O'Neill ein Dampfschiff Richtung Drottningholm-Palast am Malärsee, dem Wohnsitz der Königsfamilie und dem Ort des Hochzeitsbanketts.

Geschlossene Gesellschaft auf Schloss Drottningholm

Schloss Drottningholm in Stockholm © The Royal Court, Sweden / Gomer Swahn Fotograf: Gomer Swahn

Mehr als 400 Gäste feiern auf Schloss Drottningholm unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit waren auf Schloss Drottningholm mehr als 400 Hochzeitsgäste zu einem großen Bankett mit einem feierlichen Dinner eingeladen. Zu den gekrönten Häuptern, die Madeleine ihre Ehre erwiesen, zählten Kronprinz Frederik von Dänemark, Kronprinz Haakon von Norwegen, Fürstin Charlène von Monaco, die ohne Albert kam, Prinz Edward aus Großbritannien sowie Guillaume, Erbgroßherzog von Luxemburg. Für das leibliche Wohl beim abendlichen Fest sorgte Stefano Catenacci. Er ist seit März 2012 offizieller Hofkoch der Schweden-Royals und war schon bei Victorias Hochzeit für das Menü verantwortlich. Bereits am Freitagabend gab das Paar ein privates Abendessen im Stockholmer "Grand Hotel". Die Hochzeit gilt protokollarisch als Privatangelegenheit der Königsfamilie, die auch die Kosten vollständig trägt. Auch deshalb war das mediale und öffentliche Interesse erheblich geringer als bei Kronprinzessin Victoria.

Eine traditionelle Braut

Chris O'Neill und Prinzessin Madeleine gehen an Bord eines Dampfschiffes, das das Brautpaar zum Schloss Drottningholm bringt. © dpa Bildfunk / EPA Fotograf: Erik Martensson

Als traditionsbewusste Frau übernahm Madeleine ein paar Bräuche aus ihrer Familie.

Madeleine legte bei der Hochzeit viel Wert auf Traditionen und berücksichtigte auch die Bräuche ihres zukünftigen Mannes. Zum Beispiel verzichtete sie, wie schon ihre Mutter und ihre Schwester, auf Brautjungfern und Trauzeugen und wurde von Blumenkindern an den Altar begleitet. Für Chris O'Neill gab es einen "Best Man", vergleichbar mit einem Trauzeugen - so ist es Tradition in den USA. Das Monogramm der beiden - ein großes M, in das ein großes C verschlungen ist - hatte das schwedische Königshaus bereits im Vorfeld veröffentlicht. Es wurde von Heraldik-Künstler Vladimier A. Sagerlund entworfen. Das Paar hatte im Oktober 2012 seine Verlobung bekannt gegeben, nachdem Prinzessin Madeleine ihre erste Verlobung mit dem Juristen Jonas Bergström im Jahr 2010 gelöst hatte. Chris O'Neill und Prinzessin Madeleine leben in New York. Dort ist Madeleine für die "World Childhood Foundation", die Kinderschutzorganisation ihrer Mutter Silvia, tätig.

Kein Adelstitel für den Angetrauten

Nach der Hochzeit mit Prinzessin Madeleine erhält Chris O'Neill keinen Adelstitel. Gemäß den Traditionen und Statuten des Hofes darf ein entsprechender Titel nur an einen schwedischen Staatsbürger verliehen werden. Zudem sei es unüblich für die schwedischen Royals, Führungspositionen in Wirtschaftsunternehmen zu bekleiden, erklärte Hofmarschall Svante Lindquist.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | DAS! | 08.06.2013 | 18:45 Uhr