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22.05.2012

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Norwegen

Märtha Louise - Zwischen Engeln und Königshaus

von Nicola Millies

Sie ist das "Enfant terrible" des norwegischen Königshauses: Märtha Louise von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Am 22. September 1971 erblickt sie als erstes Kind von König Harald und Königin Sonja das Licht der Welt. Knapp zwei Jahre später wird ihr Bruder Haakon geboren. Weil zu diesem Zeitpunkt in Norwegen noch die männliche Thronfolge gilt, verliert Märtha Louise ihren Rang als Kronprinzessin an den Zweitgeborenen. Nach einer Verfassungsänderung sind norwegische Prinzessinen gegenüber ihren Brüdern heute gleichberechtig.

Ein "Enfant terrible" mit Krone

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© dpa / picture alliance Fotograf:

Als Tochter von König Harald und Königin Sonja ist es für Märtha Louise nicht immer leicht, ihren eigenen Weg zu gehen. Doch sie setzt sich gegen alle Widerstände durch und findet ihr ganz persönliches Glück.

Eine ganz normale Kindheit

Königin Sonja, Prinzessin Märtha Louise in Tracht, König Harald von Norwegen. © dpa / picture alliance Bild vergrößern Bildunterschrift: Viele Mädchen träumen davon, Prinzessin zu sein. Märtha Louise träumte von normalen Eltern. ]
König Harald und Königin Sonja sind bemüht, dass die Prinzessin und ihr Bruder so normal wie möglich aufwachsen. So verbringen die Geschwister den Großteil ihrer Kindheit in ländlicher Umgebung auf Gut Skaugum und besuchen öffentliche Kindergärten und kommunale Grundschulen. Märtha Louise tut so viel Normalität gut. "Viele Kinder träumen davon, Prinzessin zu sein, Eltern zu haben, die Könige sind. Ich habe genau das Gegenteil geträumt: von ganz normalen Eltern", sagt sie in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte".

Nach dem Abitur beginnt sie ein Literatur-Studium an der Universität von Oxford, das sie aber ohne Abschluss beendet. Vielmehr konzentriert sich die passionierte Reiterin auf ihr Hobby und trainiert in England und den Niederlanden Springreiten. Später ist sie sogar Mitglied der norwegischen Nationalmannschaft in dieser Disziplin. Im Jahr 2000 beendet sie ihre Reitkarriere. Nebenbei lässt sich die Prinzessin zur Physiotherapeutin ausbilden.

Hochzeit - Abschied und Neubeginn

Prinzessin Märtha Louise von Norwegen füttert ihren Bräutigam Ari Behn mit einem Stück Hochzeitstorte. © dpa / picture alliance Fotograf: Patrick Seeger Bild vergrößern Bildunterschrift: Ari Behn frisst seiner Frau aus der Hand. Mittlerweile wickeln ihn auch drei Töchter um den Finger. ]
Als die Prinzessin 2001 die Verlobung mit dem bürgerlichen Ari Behn bekannt gibt, sind die Schlagzeilen vorprogrammiert. Der Schriftsteller und Dokumentarfilmer wird für seine scharfen Meinungsäußerungen - unter anderem zum Afghanistan-Einsatz - stark kritisiert. Doch Märtha Louise - ähnlich wie ihr Bruder - setzt sich über die Empörung des Volkes hinweg und glaubt an ihre Liebe. Im Jahr 2002 geben sich die beiden das Jawort. Für die Prinzessin ist es ein Abschied vom alten Leben, denn mit der Hochzeit verzichtet sie nicht nur auf die Ansprache als "Königliche Hoheit", sondern auch auf umgerechnet 500.000 Euro Jahresapanage.

Drei Töchter machen das Glück des Ehepaares komplett: Maud Angelica (geboren 28. April 2003), Leah Isadora (geboren 8. April 2005) und Emma Tallulah (geboren 29. September 2008) tragen den Nachnamen des Vaters. Auch Märtha Louise hat das "Behn" an ihren Namen angehängt.

Passionierte Esoterik-Lehrerin

Prinzessin Märtha Louise von Norwegen vor Engelsflügeln aus Federn. © dpa / picture alliance Fotograf: Patrick Seeger Bild vergrößern Bildunterschrift: Die "Engelsflüsterin": Märtha Louise glaubt an Engel und kann angeblich Kontakt zu ihnen herstellen. ]
So müssen Märtha Louise und ihr Mann ganz normal einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Normal ist bei der norwegischen Prinzessin allerdings nur selten etwas. Nach ihrer Arbeit als Physiotherapeutin schreibt sie Kinderbücher, singt Weihnachtslieder und entdeckt schließlich ihre Gabe, mit Engeln sprechen zu können - wie sie behauptet. Gemeinsam mit einer Freundin gründet Märtha Louise ein Seminar-Zentrum in Oslo. In dieser "Engelsschule", so wird den Schülern versprochen, kann man nicht nur lernen, seinem eigenen Engel zu begegnen, sondern sich auch in drei Jahren zum "Engelsmissionar" ausbilden lassen.

Kritik und Häme, die man über sie verbreitet, eine Zeitschrift bezeichnet sie als "Pumuckl der Engelsszene", übergeht die Prinzessin souverän: "Ich bin so, wie ich bin, und jeder weiß das inzwischen. Es geht im Leben nicht immer darum, den Erwartungen anderer zu entsprechen. Wir Menschen sollten respektvoll anerkennen, dass wir verschieden sind", sagt die Prinzessin in einem Interview mit der "Hamburger Morgenpost".

Ein "Engel" auf Erden

Viele bescheinigen Märtha Louise eine warmherzige Ausstrahlung. Einer der größten Fans kommt aus der eigenen Familie. Mette-Marit sagt über ihre Schwägerin: "Viele haben warme und gute Hände, aber Märtha Louise hat in ihren geradezu eine kleine Sonne." Viele halten die norwegische Prinzessin für etwas verrückt, sie selbst ist jedoch mit sich im Reinen. "Ich fühlte mich lange wie zwei Personen. Es gab einen Unterschied zwischen der Prinzessin und der Person Märtha Louise." Das scheint überwunden. "Heute bin ich viel befreiter."

Stand: 22.09.2011 08:31