Sonja - Die Jugendliebe des Königs
Sonja - Die Jugendliebe des Königs
von Oliver Klebb
Anders als es sich ihr späterer Schwiegervater König Olaf V. vielleicht gewünscht hätte, kommt Sonja von Norwegen am 4. Juli 1937 nicht als Adelige in Oslo zur Welt. Die spätere Frau an der Seite von König Harald ist eine Bürgerliche, sie ist die Tochter des Unternehmers Karl August Haraldsen und seiner Frau Dagny. Die Kindheit und Jugendzeit verbringt sie im noblen Stadtteil Vinderen, am nördlichen Rand der norwegischen Haupstadt.
Dort beendet sie 1954 auch die Schule mit dem mittleren Bildungsabschluss. Es folgt eine handwerkliche Ausbildung zur Damenschneiderin bevor sie im schweizerischen Lausanne ein Diplom in Buchführung, Sozialwissenschaften und Modedesign erwirbt. Das Interesse an Sprachen und Kunstgeschichte vertieft Sonja anschließend mit einem Studium an der Universität Oslo.
Die Liebe siegt über Standesdünkel
Liebe mit Hindernissen: Nach neun Jahren ohne Trauschein dürfen Sonja und Harald 1968 endlich heiraten.
Im Jahr 1959 begegnet Sonja dann der großen Liebe, die ihr Leben komplett verändern soll: Kronprinz Harald von Norwegen. Die nicht standesgemäße Liaison des royalen Sprosses stößt zunächst auf wenig Begeisterung bei Hofe. Die Gegner der Verbindung - darunter König Olaf V. - sehen durch eine Heirat des Thronfolgers mit einer Bürgerlichen die Zukunft der Monarchie in Gefahr. Das Paar muss neun Jahre lang um seine Liebe kämpfen. Erst als die norwegische Regierung erklärt, dass eine Hochzeit weder gegen die Verfassung der konstitutionellen Monarchie verstoße, noch dem Ansehen des Königshauses schaden werde, lenkt Olaf V. ein. Der König erteilt seinem Sohn 1968 die Erlaubnis, Sonja zum Altar zu führen. Harald lässt sich nicht lange bitten, und so gibt Sonja ihrem Traumprinzen am 29. August desselben Jahres das Jawort in der Kathedrale zu Olso. Das Volk scheint die Standesunterschiede des Kronprinzenpaares nicht zu stören, sie schließen Prinzessin Sonja, das neue Mitglied der königlichen Familie, sofort in ihr Herz.
Kindersegen: Stolze Mutter und Großmutter
Familienglück: Haakon und Märtha Louise machen es sich auf dem elterlichen Schoß gemütlich.
Drei Jahre lang können Kronprinz Harald und Prinzessin Sonja ihr Leben als Ehepaar allein genießen, bevor sich der erste Nachwuchs ankündigt: Am 22. September 1971 wird Prinzessin Märtha Louise geboren, Sohn Prinz Haakon kommt am 20. Juli 1973 zur Welt. Wegen der bis dato in Norwegen geltenden männlichen Thronfolge ist der Zweitgeborene der Erbe der Krone. Doch nicht nur auf zwei eigene Kinder darf Sonja stolz sein: Mittlerweile ist sie Großmutter von vier Enkelinnen und zwei Enkeln, die bei Besuchen für ordentlich Wirbel im Osloer Königsschloss sorgen.
Königin mit Gottes Segen
Harald und Sonja beginnen ihre Amtszeit 1991 mit einem Gottesdienst und einer Segnung in Trondheim.
Ein Trauerfall in der königlichen Familie macht Sonja über Nacht zur Landesmutter Norwegens: König Olaf V. stirbt am 17. Januar 1991 in Oslo an den Folgen eines Schlaganfalls. Harald erbt den Thron von seinem Vater. Gemeinsam lässt sich das Königspaar - der Tradition ihres Amtsvorgängers folgend - am 23. Juni 1991 in der Nidaros-Kathedrale von Trondheim segnen. Auch Königin Sonja legt Oslos Bischof Finn Wagle die Hand auf den Kopf und bittet Gott um Hilfe, damit sie ihr Amt "zum Wohl ihres Landes und der Menschen" ausüben kann. Wie die norwegischen Könige im Mittelalter reisen Sonja und Harald im Anschluss an die Segnung zehn Tage lang durch Südnorwegen, um sich von den Menschen feiern zu lassen.
Engagement für den guten Zweck
Neben ihren repräsentativen Pflichten bei öffentlichen Auftritten an der Seite von König Harald engagiert sich Königin Sonja für die norwegische Kultur und humanitäre Hilfsprojekte. Seit 1974 hilft Sonja, Geld für notleidende Kriegsflüchtlinge zu sammeln. Im Jahr 2010 ist sie Schirmherrin einer Spendenaktion des norwegischen Flüchtlingsrates, der unter anderem somalische Bürgerkriegsflüchtlinge in Kenia mit dem Bau von Schulen unterstützt. Der UN-Flüchtlingskommissar zeichnet Sonja hierfür mit der Nansen-Medaille aus. Zwischen 1987 und 1990 ist Königin Sonja auch Vize-Präsidentin der norwegischen Sektion des Roten Kreuzes. Besonders in der Weihnachtszeit besucht die Königin jedes Jahr viele soziale Einrichtungen, um den Menschen Trost und Hoffnung zu spenden. Als Schirmherrin unzähliger Organisationen und Einrichtungen kümmert sich Königin Sonja zudem um den Erhalt und die Entwicklung der norwegischen Kunst-, Musik- und Kulturszene.
In der Freizeit raus in die Natur
Wandern und Skifahren sind ihre Leidenschaften: Königin Sonja bei einer Bergtour auf den Vesterålen.
Doch auch eine Königin braucht einmal Auszeiten vom Alltag, um neue Kraft zu schöpfen. Die Freizeit verbringt Sonja gern in der herrlichen Natur ihrer Heimat Norwegen - besonders die Berge haben es ihr angetan, beim Skifahren oder Trekking-Touren zu Fuß. Als ausgebildete Ski-Lehrerin fährt sie auch die steilsten Pisten unfallfrei hinab. Auf ihren ausgedehnten Bergwanderungen macht sie zudem wunderschöne Landschaftsfotos, die sie bei Auslandsbesuchen dazu nutzt, Werbung für Norwegen als Urlaubsland zu machen.
Stand: 03.07.12 10:39 Uhr