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22.05.2012

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Monaco

Caroline - Kein Glück mit der Ehe

von Ulla Brauer

Ihre amerikanische Mutter, die Film-Diva Grace Kelly, bringt Glamour und das Interesse der ganzen Welt mit in das kleine, bis dahin wenig beachtete Fürstentum Monaco, als sie den monegassischen Fürsten 1956 heiratet. Und so beginnt das Leben von Prinzessin Caroline Louise Marguerite Grimaldi, erstes Kind von Gracia Patricia (1929 - 1982) und Rainier III. (1923 - 2005) am 23. Januar 1957 unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Ihre Geburt verkündet das Fürstenhaus mit Böllerschüssen. Die Aufmerksamkeit der internationalen Presse werden sie und ihre Geschwister Albert (* 1958) und Stéphanie (* 1965) bis heute nicht los.

Das Leben von Prinzessin Caroline

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© dpa - picture alliance Fotograf:

Schon mit 25 Jahren steht Prinzessin Caroline in der Pflicht: Nach dem Unfalltod ihrer Mutter Gracia Patricia übernimmt die älteste Tochter von Fürst Rainier die Rolle der Landesmutter. Das ist nur ein Schicksalsschlag, der Carolines weiteres Leben prägt.

Frühe Heirat mit älterem Mann

Prinzessin Caroline mit ihrem ersten Ehemann Philippe Junot am Strand. © dpa - picture alliance Fotograf: Photoreporters Bild vergrößern Bildunterschrift: Die blutjunge Prinzessin Caroline mit ihrem ersten Ehemann Philippe Junot am Strand. ]
Prinzessin Caroline besucht zunächst die "Dames de St. Maur"-Schule in Monaco, um dann sowohl in England als auch in Frankreich ein Abitur abzulegen. Gleich vier große Fächer studiert die junge Frau ab 1977 an der berühmten Pariser Sorbonne - Politik, Philosophie, Biologie und Psychologie - ohne allerdings einen Abschluss zu machen. Dem Boulevard ist sie vor allem wegen ihrer verschiedenen Romanzen und ihrem Leben als Teil des internationalen Jetsets bekannt. Schon ein Jahr nach dem Beginn ihres Studiums heiratet die erst 21-Jährige gegen alle Erwartungen und den Willen ihres Vaters den von der Presse als Playboy titulierten französischen Industriellen Philippe Junot. Zwei Jahre später ist die Beziehung mit dem 17 Jahre älteren Mann gescheitert, das Paar wird im Oktober 1980 geschieden. Diese, ihre erste Ehe, bleibt kinderlos und wird auf ihr Betreiben hin zehn Jahre später sogar von Papst Johannes Paul II. annulliert.

Tragischer Tod ihrer Mutter

Prinzessin Caroline mit ihrer Mutter Fürstin Gracia Patricia © dpa - picture alliance Bild vergrößern Bildunterschrift: Caroline und ihre geliebte Mutter waren häufig zusammen aus und haben Paris unsicher gemacht. ]
Am 14. September 1982 verunglückt ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall tödlich. Auch Carolines kleine Schwester Stéphanie sitzt währenddessen im Auto, überlebt das Unglück aber. Nach diesem ersten schweren Schicksalsschlag ihres Lebens muss Prinzessin Caroline als älteste Tochter des monegassischen Fürsten die Rolle der Landesmutter übernehmen. Neben ihren repräsentativen Pflichten wird sie beispielsweise Präsidentin der "Stiftung Prinzessin Gracia", die heimische Kunsthandwerker unterstützt und des "Garden Clubs", der sich unter anderem der Blumensteckkunst und Gartengestaltung widmet.

Verlust ihres zweiten Mannes

Prinzessin Caroline mit Stefano Casiraghi und ihren drei Kindern © dpa - picture alliance Bild vergrößern Bildunterschrift: Caroline mit ihrer großen Liebe Stefano Casiraghi und ihren drei Kindern. ]
Gegen Ende des darauffolgenden Jahres, am 29. Dezember 1983, heiratet Prinzessin Caroline, wieder ohne den Segen von Fürst Rainier, den italienischen Unternehmer Stefano Casiraghi. Da ihre erste Ehe zu diesem Zeitpunkt von der katholischen Kirche noch nicht für ungültig erklärt worden ist, kann Carolines zweite Trauung lediglich standesamtlich vollzogen werden. Casiraghi sei ihre große Liebe gewesen, heißt es. Mit ihm bekommt die Prinzessin drei Kinder: Andrea Albert Pierre (* 8. Juni 1984), Charlotte Marie Pomeline (* 3. August 1986) und Pierre Rainier Stefano (* 5. September 1987). Doch das Schicksal meint es mit Caroline wieder nicht gut: Am 3. Oktober 1990 wird Casiraghi bei einem Unglück während der Rennboot-Weltmeisterschaften vor der Küste Monacos getötet.

Klagen gegen Medienberichte

Der royale Lebensstil der Grimaldis und die Tragödien der Familie machen das Privatleben Carolines von Monaco zu einer begehrten Ware der internationalen Boulevard-Medien. Seit Beginn der 90er-Jahre setzt sich die Prinzessin vehement und klagefreudig zur Wehr. Mit Erfolg: 1996 beispielsweise verurteilt das Hamburger Oberlandesgericht den Burda-Verlag zu einer Zahlung von 180.000 DM, der bis dahin höchsten Schmerzensgeldsumme in der Geschichte der deutschen Presse. Grund ist ein 1992 veröffentlichtes Interview mit ihr und der Zeitschrift "Bunte", das jedoch frei erfunden war. Weitere Prozesse, mit deren Hilfe Caroline ihre Privatsphäre schützen möchte, folgen. 2003 strengt sie sogar eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an, der ihr ein Jahr später in einem spektakulären Urteil zustimmt. Die deutsche Presse sieht sich aufgrund des sogenannten Caroline-Urteils in ihrer Freiheit behindert.

Ehe mit Ernst August Prinz von Hannover

Prinzessin Caroline mit ihrem dritten Ehemann Ernst August Prinz von Hannover und Töchterchen Alexandra © dpa - picture alliance / Abaca Fotograf: Abaca Mehran Marc Bild vergrößern Bildunterschrift: Nicht alles Gold, was glänzt: Prinzessin Caroline mit ihrem dritten Ehemann Ernst August Prinz von Hannover und Töchterchen Alexandra. ]
Ähnlich streitlustig, wenn auch im doppelten Sinn, ist Carolines dritter Mann, Ernst August - mit vollem Namen: Ernst August Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand Christian-Ludwig Prinz von Hannover und Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Chef des Adelsgeschlechts der Welfen. Am 23. Januar 1999, dem 42. Geburtstag der monegassischen Prinzessin, informiert Fürst Rainier III. die Öffentlichkeit über die Hochzeit seiner Tochter. Caroline heiratet damit in den europäischen Hochadel ein und tritt nun als "Königliche Hoheit" auf. Mit Ernst August bekommt Caroline noch eine weitere Tochter: Alexandra Charlotte Ulrike Maryam Viriginia kommt schon am 20. Juli 1999 zur Welt.

Contenance in der Öffentlichkeit

Während Caroline stets eine gute Figur zu machen weiß, schlägt sich Ernst August bei der Wahrung seiner Haltung vielfach weniger gut: Handgreiflichkeiten, Beleidigungen und angeblich sogar Körperverletzung gehören dazu. Dank der Boulevard-Presse unvergessen ist der Skandal um das angebliche Wasserlassen von Ernst August am türkischen Pavillon auf der Expo 2000 in Hannover. Anfang 2010 sagt die Prinzgemahlin Caroline dann zugunsten ihres Mannes vor dem Landgericht Hildesheim aus, wo dieser sich wegen einer mutmaßlicher Körperverletzung im Jahr 2000 in Kenia zu verantworten hat.

Kurz zuvor werden in den Medien Bilder ihres Mannes veröffentlicht, die diesen bei einem Kuss mit einer anderen Frau beim Urlaub in Thailand zeigen. Gerüchte über eine angebliche Krise der Ehe machen die Runde. Doch dazu schweigen Grimaldis und Welfen.

Stand: 20.01.2012 11:36