Monaco hat eine neue "Fürstlady"

Viele hatten es schon nicht mehr geglaubt, doch was lange währt, wird schließlich gut: Fürst Albert von Monaco ist endlich unter der Haube. Unter den wachsamen Blicken des Präsidenten des Staatsrates Philippe Narmino haben sich der Fürst und Charlene Wittstock - gehüllt in ein selbstentworfenes blaues Kleid-Blazer-Ensemble und mit dezentem Make-up - im Thronsaal des Grimaldi-Palastes das standesamtliche Jawort gegeben. Etwa 80 Gäste waren zur Zeremonie geladen, darunter Vertreter der monegassischen Regierung, die Botschafter von Frankreich und Südafrika, Alberts Schwestern Stéphanie und Caroline sowie die Brauteltern Lynette und Michael Wittstock.

Das Fürstentum im Freudentaumel

Weil Albert Souverän seines Staates ist, willigte zuerst die Braut in den Ehebund ein. Die angespannt wirkende Charlene atmete nach dem Jawort auf und schaute freudestrahlend ihren Frischangetrauten an, der zärtlich ihre Hand hielt. Die Hochzeitsurkunde unterschrieb das Paar mit einem eigens angefertigten "Montblanc Wedding Pen". Die aus Südafrika stammende ehemalige Schwimmerin Charlene trägt nun den Fürstinnen-Titel. Seit dem Tod von Alberts Mutter, der 1982 tödlich verunglückten US-Schauspielerin Grace Kelly, hatte es in Monaco keine Landesmutter mehr gegeben. Nach Informationen der Zeitung "Monaco Matin" hat sich das Paar auf einen Ehevertrag geeinigt.

Narmino: "Afrika und Europa nun verbunden"

Nach der Trauungszeremonie am 1. Juli 2011 zeigen sich Charlene und Albert an einem Fenster des Palastes. © dpa-Bildfunk

Huldvoller Gruß an das Volk: Charlene trägt mit der Unterzeichnung der Heiratsurkunde den Fürstinnen-Titel.

In seiner Ansprache an das Brautpaar sagte Philippe Narmino, mit der Trauung beginne nun die Zukunft des Fürstengeschlechts Grimaldi. Mit der Ehe von Albert und Charlene verbinde sich Afrika mit Europa. Die gemeinsame Leidenschaft für den Sport habe das Paar zusammengeschmiedet. Bei der Aufzählung ihrer gegenseitigen Pflichten als Eheleute ermahnte Narmino das Paar zur Treue. Auch Südafrikas Staatschef Jacob Zuma gratulierte in einem Brief: "Alles Glück zu ihrer Hochzeit und ihrem gemeinsamen Leben als Mann und Frau."

Live-Übertragung auf Video-Leinwänden

Jubelnde Menge beim Public Viewing der standesamtlichen Trauungszeremonie am 1. Juli 2011 in Monte Carlo. © dpa-Bildfunk

Die Monegassen sind live bei der Hochzeit von Charlene und Albert dabei. Beim "Oui" gibt's Beifall.

Auch das Volk des kleinen mondänen Fürstentums war dabei, als der Landesvater den Bund fürs Leben schloss. Albert ließ das Jawort, das von der Menschenmenge auf dem Platz vor dem Palast mit tosendem Beifall quittiert wurde, von einem Kamerateam unter der Leitung des französischen Starregisseurs Jérôme Revon auf zahlreiche Videoleinwände in Monte Carlo live übertragen. Begeistert sagte ein Monegasse: "Wir sind froh, dass er endlich verheiratet ist. Jetzt hoffen wir nur noch, dass sie bald Kinder bekommen."

Großes Volksfest vor dem Palast

Nach der Trauungszeremonie am 1. Juli 2011 zeigen sich Charlene und Albert an einem Fenster des Palastes und küssen sich. © dpa-Bildfunk

Kuss der Erlösung: Nach Gerüchten um ein Beziehungs-Aus beweisen Charlene und Albert der ganzen Welt ihre Liebe.

Nachdem sich die Frischvermählten auf dem Balkon der jubelnden Menschenmenge gezeigt und statt einem leidenschaftlichem Kuss zwei kurze Küsschen präsentiert haben, waren gegen 18 Uhr alle Monegassen zum mediterran-südafrikanischen Buffet auf den Platz vor dem Palast geladen. Umweltschützer Albert ließ das Essen auf ökologisch abbaubarem Einweggeschirr aus Pflanzenfasern servieren. Im warmen Licht der Nachmittagssonne erhielten Albert und Charlene dort auch das Hochzeitsgeschenk ihrer rund 8.000 Landsleute. Das frischgebackene Ehepaar mischte sich anschließend unters Volk, um mit seinen Landsleuten zu feiern. Bei der Tanzdarbietung einer Trachtengruppe klatschte Albert begeistert im Takt. Charlene bewies ein Herz für Kinder und gab unzähligen kleinen Fans die Hand.

Licht-Musik-Spektakel im Hafen

Fürst Albert (rechts) und Fürstin Charlene auf der Bühne bei Jean Michel Jarre am 1. Juli 2011. © picture alliance / dpa

Lässt ihren Gefühlen freien Lauf: Charlene richtet nach dem Konzert von Jean Michel Jarre Worte an das Volk.

Gegen 20 Uhr begann am Hafen ein weiterer Empfang für alle Einwohner des Fürstentums. Eine Show des Künstlers Jean Michel Jarre mit Musik und Lichtinstallationen setzte dort gegen 22 Uhr den glanzvollen Schlusspunkt des Tages. Euphorisiert vom Konzert des Altmeisters der Synthesizer-Musik trat Charlene auf die Bühne und richtete in einem Gemisch aus Englisch und Französisch erste Worte als Landesmutter an das Volk: "Ich werde immer an diesen Moment denken. Vive Monaco".

Dreitägiger Hochzeitsmarathon

Das Sicherheitsaufgebot war groß: Teile der Stadt waren für den Verkehr gesperrt, die französische Armee sicherte den Luftraum ab, etwa 550 Polizisten waren im Einsatz, darunter ein Drittel in Zivil.

Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstagabend mit einem Gratis-Konzert der US-Band Eagles, die rund 15.000 Besucher mit Hits wie "Hotel California" begeisterten. Und es gab schon das erste Geschenk fürs Brautpaar: eine signierte Gitarre der Musiker, mit der sich Prinz Albert den Fotografen präsentierte.

Am Sonnabend heirateten Charlene und Albert dann noch einmal kirchlich im Ehrenhof des Grimaldi-Palastes. Mehr als 4.000 Hochzeitsgäste, darunter viele Prominente, waren Zeugen, wie sich das Paar ein zweites Mal das Jawort gab.

Stand: 02.07.11 23:04 Uhr