Andrea Casiraghi: Der Beau von der Côte d'Azur

von Barbara Domschky

Als Grace Kelly 1956 in das kleine Fürstentum Monaco einheiratet, löst sie eine Art genetischen Domino-Effekt aus, der in einer Reihe attraktiver monegassischer Royals mündet. So wie ihr Enkel Andrea Casiraghi, der mit Aussehen, Charisma und jenem "je ne sais quoi", dem "gewissen Etwas" gesegnet ist, das Frauen- und Fotografenherzen höher schlagen lässt. Dass der Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco und der Neffe von Fürst Albert II. trotz seines glamourösen Lebens als eher introvertiert gilt, mag wohl auch an dem schweren Schicksalsschlag in seiner Kindheit liegen.

Ein Jetset-Leben mit Schicksalsschlägen

Ein großer Verlust

Andrea Albert Pierre wird am 8. Juni 1984 als ältester Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco und Stefano Casiraghi in Monaco geboren. Der italienische Unternehmer gilt als Prinzessin Carolines große Liebe. Doch das Familienglück ist nicht von Dauer: Als Andrea sechs Jahre alt ist, verunglückt sein Vater bei einem Speedboot-Rennen vor der Küste Monte Carlos. Um ihre Familie vor dem Blitzlichtgewitter der Presse zu schützen, zieht Caroline mit Andrea und seinen Geschwistern Charlotte und Pierre in die Nähe der südfranzösischen Kleinstadt Saint-Rémy-de-Provence und später nach Paris.

Schön, reich und adelig

Andrea Casiraghi, Prinzessin Alexandra von Hannover, Pierre und Charlotte Casiraghi bei der Militärparade anlässlich des Nationalfeiertags am 19. November 2009. © dpa Fotograf: EPA/BRUNO BEBERT

Monacos ganzer Stolz: Andrea und seine Geschwister beim monegassischen Nationalfeiertag am 19. November 2009.

Da Andrea nicht nur reich und adelig, sondern auch gut aussehend ist, gerät er in den Fokus der internationalen Boulevard-Medien: Mit gerade mal 15 Jahren kürt ihn das amerikanische "People Magazine" zu  einem der schönsten Menschen der Welt, 2008 belegt er Rang zehn auf der Forbes-Liste der "20 heißesten jungen Royals". Seinen  ersten öffentlichen Auftritt hat Andrea auf dem 43. "Festival de Télévision de Monaco": Groß, schlaksig und mit langen blonden Haaren avanciert er sofort zum Liebling der Gesellschaft. Der junge Royal genießt das süße Leben, besucht Partys von Saint-Tropez bis Ibiza und gilt als begeisteter Sportler. Offizielle Bilder gibt es dennoch nur auf höfischen Anlässen wie unter anderem dem alljährlichen Rosenball.

Exklusive Ausbildung

Fürst Rainier von Monaco, sein Enkelsohn Andrea Casiraghi und Prinz Albert (l) winken. © dpa - Fotoreport Fotograf: Abaca 52846

Repräsentative Aufgaben an der Seite von Fürst Rainier III. (li.) und Prinz Albert II. (re.) gehören bereits während seines Studiums zu Andreas Pflichtprogramm.

In adeligen Häusern wie dem der Grimaldis gehört eine exzellente Ausbildung zum guten Ton. Nach dem Abitur studiert der junge Casiraghi zunächst an der McGill Universität im kanadischen Montréal und dann Visuelle Kunst und Internationale Politik an der American University in Paris. An der New School in New York schließt er sein Studium schließlich mit einem Master in Internationalen Beziehungen ab. Doch so richtig scheint er nicht zu wissen, was er mit seinem Leben anfangen will. Die einzige belegte berufliche "Tätigkeit" des jungen Monegassen nach seinem Abschluss ist ein mehrmonatiges Praktikum in der katarischen Botschaft in Paris.

Humanitäres Engagement

Doch das Bild des reichen, verwöhnten Sohnes aus adeligem Hause ist nur eine Seite: Andrea nutzt die mediale Aufmerksamkeit, um sich für wohltätige Zwecke einzusetzen. Seit 2004 engagiert er sich an der Seite seiner Mutter Caroline in der internationalen Kinderschutz-Organisation Amade (Association Mondiale des Amis de l’Enfance). "Meine Mutter ist mein großes Vorbild", so Andrea in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte". Sie habe ihn gelehrt, für die, die es brauchen, da zu sein. Im Auftrag von Amade besucht Andrea 2006 einige Projekte der Organisation auf den Philippinen - vor allem die Situation der Straßenkinder bewegt ihn. Und auch im eigenen Land benutzt er seinen Namen für karitative Projekte. Seit 2006 ist er Pate einer französischen Stiftung, die sich für Kranke mit Cerebrallähmung einsetzt und die Andrea durch einen erkrankten Schulfreund kennenlernte.

Ein echtes Glamour-Duo

Andrea Casiraghi und seine Freundin Tatiana Santo Domingo bei der Premierenparty zum Film "Marie Antoinette" in Cannes am 24 Mai 2006. © dpa Fotograf: Gaetan Mabire

Sie ist die Richtige: Tatiana Santo Domingo - seit August 2013 seine Ehefrau und die Mutter seiner zwei Kinder.

Privat scheint er nach einigen Flirts in der kolumbianischen Milliardärs-Tochter Tatiana Santo Domingo, eine Bekannte seit Jugendtagen, die Partnerin fürs Leben gefunden zu haben. Ein Duo, das modernen Glamour ins Fürstentum bringt: Beide lieben den elegant-legeren Lifestyle, pendeln zwischen ihrer Wohnung in London und New York, Paris und Monaco, sind weltgewandt und sprachbegabt. Seit 2009 betreibt Tatiana die Modeplattform "Muzungu Sisters" mit ethisch korrekt produzierter Kleidung und Accessoires. Nach acht Jahren Beziehung werden die beiden am 21. März 2013 Eltern des kleinen Alexandre Andrea Stefano. Die standesamtliche Hochzeit am 13. August 2013 in Monaco sowie die kirchliche Trauung im Schweizer Nobelskiort Gstaad machen das Glück amtlich und perfekt. Am 12. April 2015 bekommt das Paar erneut Nachwuchs: In London erblickt Töchterchen India das Licht der Welt.

Stand: 28.01.16 14:40 Uhr