Royalty inside: Königshäuser in Zeiten von Krisen

von Leontine von Schmettow
König Carl Gustaf (von links nach rechts), Königin Silvia, Prinzessin Victoria, Prinz Daniel, Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia bei der Schweigeminute für die Terroropfer von Stockholm. © Picture-Alliance / IBL Schweden

Stützen in Zeiten der Trauer: Die schwedische Königsfamilie nimmt an der Schweigeminute für die Stockholmer Terroropfer teil.

Natürlich sehen wir alle gerne Prinzessinnen und Königinnen bei feierlichen Banketten - strahlend in ihren prächtigen bunten Abendroben, geschmückt mit funkelnden Diademen und Diamanten. Doch manchmal sind sie auch von Kopf bis Fuß in schlichtes Schwarz gekleidet und ihre Gesichter wirken wie versteinert. Tatsächlich sind es oft genau diese Momente, die für die Monarchie eine viel bedeutendere Rolle spielen.

Victoria trauert mit Gefühl um Terroropfer

Wenn eine Gesellschaft unter Schock steht, sind die Royals unersetzliche Repräsentanten der kollektiven Trauer. Wie zuletzt nach dem Terroranschlag in Stockholm, als ein Mann mit einem Lastwagen in ein Kaufhaus fuhr und dabei vier Menschen tötete und fünfzehn verletzte. Zum Gedenkgottesdienst für die Opfer erschien die schwedische Königsfamilie beinahe komplett. Als Kronprinzessin Victoria bereits einige Tage zuvor den Ort des Anschlags besucht hatte, fing sie an zu weinen. Ein ungewöhnlicher Gefühlsausbruch für die sonst so souveräne und kontrollierte Königstochter. Doch es waren genau diese Tränen, mit denen sie ihre Landsleute tief berührte - mehr als es Worte hätten tun können.

Letizia nimmt Hinterbliebene in den Arm

Doch es müssen nicht immer Tränen sein. Die normalerweise eher steif und reserviert wirkende Letizia von Spanien erschien plötzlich nahbar und verletzlich, als sie 2004 den Trauergottesdienst für die Opfer der Zuganschläge in Madrid besuchte. Sie nahm die Angehörigen ganz einfach in den Arm und hielt sie für einen Moment ganz fest.

Es sind Krisensituationen wie diese, in denen sich die Königlichen beweisen müssen - und in denen das Band zwischen ihnen und der Bevölkerung an Stärke gewinnen kann. Leider kennen fast alle Monarchien solche Momente. Erst im März musste die Queen ihre "Gedanken, Gebete und tiefstes Mitgefühl" an die Hinterbliebenen senden, nachdem vor dem Londoner Parlament ein Angreifer einen Polizisten niedergestochen und dann mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren war.

Trostspender für Nation in Schockstarre

König Harald von Norwegen war für seine Landsleute eine unvergleichliche Stütze, als Anders Breivik vor sechs Jahren sein schreckliches Massaker auf der Insel Utoya verübte. Ein Anschlag, der nicht nur das Land nachhaltig prägte, sondern auch den Monarchen vor seine wohl schwerste Aufgabe stellte. Mit Feingefühl, den richtigen Worten und der Unterstützung seiner Familie schaffte er es, die Norweger in der Trauer zu einen und ihnen eine Perspektive der Hoffnung zu geben. Der schwedische König ist gerade auf einem guten Weg, dasselbe zu leisten.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Mein Nachmittag | 27.04.2017 | 16:20 Uhr

Stand: 13.04.17 12:30 Uhr