Royalty inside: William im Kreuzfeuer der Kritik

von Leontine von Schmettow
Prinz William auf einem Foto-Porträt aus dem Jahr 2014 © Picture-Alliance / Empics Fotograf: Chris Jackson

Kleine Flirts beim Après-Ski: William bekommt dafür postwendend eine Klatsche in der Presse.

Als gäbe es keine wichtigeren Themen! In Zeiten von globalem Terror und Chaos regt sich die Medien-Welt darüber auf, dass Prinz William ein Party-Wochenende mit seinen engsten Freunden, aber ohne Familie in den Schweizer Alpen verbringt. Was für ein Skandal!

Aber was ist es, das die selbst ernannten Moralapostel so empört? Ihre Kritik: Während Kate zu Hause die Kinder hütet, amüsiert sich ihr Angetrauter mit einer blonden Schönheit, die man auch als Oben-ohne-Model kennt. Beim Après-Ski kommt es noch schlimmer: Ein Amateurvideo zeigt, wie der Prinz bei einer Tanzeinlage seinen Arm vertraulich um die Hüfte einer unbekannten Brünetten legt.

Partytiger oder liebevoller Ehemann?

Als William und Kate wenige Tage später zu einem offiziellen Besuch nach Paris reisen, wird jeder Schritt, jeder Blick kommentiert. William würde Kates Annäherungsversuche nicht erwidern, bliebe kalt und steif sagen die einen. Während die anderen in der Stadt der Liebe ein romantisches Paar entdecken wollen.

Ehekrise oder Medien-Blase? William hätte wissen müssen, dass seine etwas peinlich wirkende Tanzeinlage nicht nur ein gefundenes Fressen für die Medien sein würde, sondern auch bald zum Internet-Hit avanciert. Vermutlich hätte es ihm auch besser zu Gesicht gestanden, die Nähe allzu schlagzeilenträchtiger Blondinen zu meiden.

Skiurlaub statt "Commonwealth Day"

Aber warum soll sich der Prinz nicht auch einmal eine Auszeit vom Goldenen Käfig nehmen? Warum soll er nicht das machen dürfen, was für andere im gleichen Alter völlig selbstverständlich ist? Kate ist eine moderne Frau des 21. Jahrhunderts, die darauf vertraut, dass ihr Mann weiß, was er an ihr hat. Die ihm ein Wochenende mit seinen Freunden gönnt und dasselbe für sich in Anspruch nimmt.

Also alles nur ein Sturm im Wasserglas? Vielleicht nicht ganz. Denn zumindest der Zeitpunkt des Kurzurlaubes war ungeschickt gewählt. Insbesondere weil dem Prinzen schon seit einiger Zeit eine gewissen Arbeitsscheue vorgeworfen wird. Während sich William nämlich noch im Schweizer Nobel-Skiort amüsiert, versammelte sich der Rest der Königlichen Familie zum "Commonwealth Day" in der Westminster Abbey.

Nimmt William seine Pflichten nicht ernst?

Der "Commonwealth Day" ist einer der wichtigsten Termine im königlichen Kalender, besonders jetzt, wo nach dem Brexit dem Staatenbund eine größere Bedeutung zufällt. Darüber hinaus wird Prinz William aller Wahrscheinlichkeit nach eines Tages Oberhaupt des Commonwealth sein - wenn er die britische Thronfolge antreten sollte. Da wäre es klug gewesen, der Organisation seinen Respekt zu zollen.

Die Queen hätte diesen wichtigen Termin niemals wegen privater Bedürfnisse ausfallen lassen - ein Grund, warum man sie in Großbritannien so sehr schätzt. Vielleicht sollte sich William bei seiner nächsten Ferienplanung ein Beispiel an seiner pflichtbewussten Großmutter nehmen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Mein Nachmittag | 30.03.2017 | 16:20 Uhr

Stand: 23.03.17 11:50 Uhr