Großbritannien
Frauen auf den Thron!
Bildunterschrift:
William und Kate - bringt der Storch ihnen ein Mädchen, wird es Königin von England.
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Jetzt ist es amtlich: Auch in England dürfen Frauen als Erstgeborene den Thron besteigen. "Künftig entscheide nur die Reihenfolge der Geburt über die Thronfolge", sagte der britische Premierminister David Cameron bei einer Pressekonferenz am Freitag auf einem Gipfel der Commonwealth-Staaten im australischen Perth. Zuvor hatten 16 der 54 Mitglieder des Staatenbundes einer Änderung des 300 Jahre alten Gesetzes zugestimmt. Damit folgten sie Camerons Vorschlag: Sollte das erste Kind von William und Kate ein Mädchen werden, so müsse dieses später auch Königin werden können. Bisher haben Söhne den Vortritt gegenüber ihren älteren Schwestern.
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Breiter Rückhalt in Großbritannien für die Entscheidung
In Großbritannien gab es bereits im Vorfeld einen breiten Rückhalt für die Änderung der Thronfolge-Regelung. Die Hochzeit von William und Kate im April 2011 hatte die Diskussion erneut entfacht. Es war jedoch die Zustimmung von mindestens 15 der anderen Commonwealth-Staaten nötig, die die Queen als Staatsoberhaupt anerkennen. Deshalb hatte Premierminister David Cameron mit Briefen an die Regierungschefs für sein Vorhaben geworben. "Wir setzen uns in allen anderen Lebensaspekten für die Gleichberechtigung ein und es ist unnormal, dass wir bei den Regeln für das höchste öffentliche Amt eine männliche Vormachtsstellung bewahren", so Cameron in den Briefen. Australiens Premierministerin Julia Gillard schloss sich Camerons Vorschlag an: "Es ist ja zu erwarten, dass ich als erste Frau in diesem Amt überzeugt bin, dass Frauen Männern in jeder Hinsicht ebenbürtig sind, und deshalb unterstütze ich eine Änderung", erklärte die Regierungschefin.
Weitere Änderung beschlossen
Die Commonwealth-Vertreter vereinbarten zudem, die Regelung abzuschaffen, wonach niemand, der einen Katholiken heiratet, den Thron besteigen darf. Auch darüber dürfte Cameron erleichtert sein, denn nach seiner Ansicht handele es sich um eine "historische Anomalie", so der Premier, die nicht länger gerechtfertigt sei.
So oder so könnte die Umsetzung des Vorhabens noch eine eine Weile dauern. Schon der frühere britische Justizminister Jack Straw hatte 2008 darauf hingewiesen, dass dafür neun Gesetze geändert werden müssen, darunter die Bill of Rights aus dem Jahr 1688. Eine Änderung könnte Verfassungsfragen aufwerfen, deren Klärung Monate in Anspruch nehmen würden. Bis die Tochter von Kate und Williams erwachsen ist, dürfte jedoch auch diese Hürde genommen worden sein.
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