Harry kehrt von Afghanistan-Einsatz heim
Harry kehrt von Afghanistan-Einsatz heim
Briten sind geschockt: Harry hat als Apache-Kopilot auf Feinde geschossen und mutmaßlich auch Taliban getötet.
Nach einem fünfmonatigen Kampfeinsatz in Afghanistan ist Apache-Hubschrauber-Kopilot "Captain Harry Wales" am Montag wohlbehalten nach Großbritannien zurückgekehrt. In Interviews zu seinem Alltag als Soldat am Hindukusch räumte der jüngste Sohn von Prinz Charles ein, im Einsatz auch auf Menschen geschossen zu haben, sofern sie ISAF-Truppen bedroht hätten. Als Soldat müsse man bereit sein, "ein Leben zu nehmen" um ein anderes zu retten. "Du bist der Mann am Abzug, und wenn es nötig ist, schießt du, und vermutlich wird dabei ein Feind sterben und ist gestorben?", fragte ein Journalist den Heimkehrer. "Ja, das haben viele andere auch gemacht. Die Truppe war draußen. Jeder hat eine bestimmte Menge an Munition abgeschossen. Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann ziehen wir sie aus dem Verkehr", antwortete der Prinz. Beim Bedienen der Kanone habe er von seinem "schnellen Daumen" profitiert, den er bei Video-Spielen bekommen habe, so der Prinz.
Porträt
In den Interviews übte Prinz Harry zudem harsche Kritik an den britischen Medien. Viele Zeitungen druckten "Müll" über seine Person und beraubten ihn seines Privatlebens. Zu den "besten Dingen" des Afghanistan-Einsatzes gehörte es deshalb, "weit weg von all den Medien zu Hause" zu sein. Aus Sicherheitsgründen wurde seine Rückkehr vom Verteidigungsministerium bis zum Eintreffen in Großbritannien geheim gehalten.
Kritik an Harrys Äußerungen
Friedensaktivisten von der "Stop-the-War-Coalition" kritisierten Harrys Schilderungen der Kampfhandlungen in Afghanistan als "krass". Prinz Harry könne nicht mit Sicherheit sagen, ob er mit der Bordkanone seines Hubschraubers nicht auch unschuldige Zivilisten getötet hat.
Taliban greifen Harrys Stützpunkt an
Meldete sich nach 2008 zurück in Afghanistan: Harry war fünf Monate als Kampfhubschrauber-Pilot eingesetzt.
Am 15. September hatte das britische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass Taliban-Kämpfer Harrys Stützpunkt Camp Bastian in der afghanischen Provinz Helmand mit Kleinwaffen, Granaten und Panzerfäusten angegriffen haben. Zwei US-Soldaten waren bei dem Anschlag ums Leben gekommen. Die Zahl der getöteten Angreifer belief sich auf 18. In einem Interview mit der BBC sagte der britische Verteidigungsminister damals, dass Prinz Harry während des Angriffs an einen sicheren Ort gebracht worden sei und besonderen Schutz erhalten habe. "Er dient dort als normaler Offizier", erklärte Philip Hammond. Dennoch hatte die britische Armee besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, weil Harry als Mitglied des britischen Königshauses ein besonderes Angriffsziel für die Taliban darstelle.
Fünf Monate Afghanistan
Prinz Harry war seit dem 7. September 2012 im Militärstützpunkt Camp Bastian stationiert und verrichtete dort seinen fünfmonatigen Dienst als Kampfhubschrauber-Kopilot der britischen Luftwaffe. Seine Einheit leistete Hubschrauber-Unterstützung für die internationale Schutztruppe ISAF und die afghanische Armee. Neben seinen Einsätzen als Hubschrauber-Kopilot nahm er vor Ort an einem zweitägigen Erste-Hilfe-Kurs teil und bekam eine Einweisung in das Aufspüren von Sprengfallen.
"Captain Harry Wales" meldet sich zum Dienst
Absprachen mit der Einheit. Auf dem Stützpunkt wird aus dem Prinzen "Captain Harry Wales".
Für "Captain Harry Wales", wie er als Offizier genannt wird, war es bereits der zweite Aufenthalt in Afghanistan. 2008 hatten die Medien seinen geheim gehaltenen Einsatz am Hindukusch öffentlich gemacht. Nach zehn Wochen - vor der geplanten Beendigung seines Einsatzes - holte man den Prinzen zurück, weil zu befürchten war, dass Harry und seine Einheit aus Propaganda-Gründen zum speziellen Ziel von Taliban-Angriffen werden könnten. Harry äußerte damals bereits den Wunsch, dass er seinen Einsatz gerne vollenden würde. Diese Gelegenheit hatte der 28-Jährige nun mit seinem Kampfeinsatz 2012/2013.
Stand: 24.01.13 16:45 Uhr