Wirbel um Prinz Harry im Adamskostüm

Wirbel um Prinz Harry im Adamskostüm

Prinz Harry bei einem Besuch in Washington im Mai 2012. © Picture-Alliance / Abaca Fotograf: Olivier Douliery

Schelmisches Lächeln: Wenn Prinz Harry nach ein paar Bier in Party-Laune ist, können die Hüllen schon mal fallen.

Prinz Harry, der Zweitgeborene von Prinz Charles und der verstorbenen Diana, hat mal wieder für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem er in den vergangenen Wochen und Monaten im Dienst der Monarchie viele Pflichten erfüllte und Termine wahrnahm, trat er zur Abwechslung kräftig ins Fettnäpfchen, um seinen Ruf als "Party-Prinz" neu zu begründen. Auf der US-Website "TMZ" tauchten Fotos auf, die den Prinzen splitterfasernackt zeigen. "Ja, es handelt sich um Prinz Harry", bestätigte eine Sprecherin der britischen Königsfamilie die Echtheit der Bilder.

Nacktbilder aus Hotelzimmer in Las Vegas

Entstanden sind die Aufnahmen in einem Hotelzimmer in Las Vegas. Harry soll dort mit Freunden Strip-Billard gespielt haben. Auf den Fotos trägt der Prinz nichts außer einer Halskette und einer Uhr. Sein "bestes Stück" verbirgt er mit seinen Händen. Eine andere Person, bei der nicht eindeutig zu erkennen ist, ob es eine Frau oder ein Mann ist, steht dicht hinter Harry. Auf dem anderen Foto beugt sich der Prinz von hinten über die oder den Unbekannten.

Schlagzeilen in der britischen Boulevard-Presse

Entsprechend dem pikanten Inhalt der Fotos fielen auch die Schlagzeilen in der britischen Boulevardpresse aus. "Nackte, Nachtklubs und Nazi-Kostüm: Ein Jahrzehnt Skandale des Prinz Harry", schrieb der "Daily Mirror". Auch "The Sun" hielt ihre Schadenfreude nicht zurück: "Prinz Harry beim komplett Nackt-Feiern in Las Vegas erwischt", so der Titel in der Online-Ausgabe.

Skandal entfacht Debatte über Presse-Ethik

Nach anfänglicher Zurückhaltung entschied sich das britische Boulevard-Blatt "The Sun" doch, die Fotos des nackten Prinzen am 24. August 2012 auf den Titel zu heben. Der Palast hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Fotos im privaten Rahmen entstanden seien und eine Veröffentlichung daher nicht angebracht sei. Die "Sun" wiedersprach dieser Haltung unter Hinweis auf die Pressefreiheit und die besondere Rolle der Nummer drei in der britischen Thronfolge: "Die Fotos haben potentiell großen Einfluss auf das Image des Prinzen und wie er Großbritannien in der Welt repräsentiert."

Mit der Veröffentlichung der Fotos trat die Zeitung nach dem britischen Abhörskandal eine neue Debatte über Presse-Ethik und die Rechte der Medien los. Selbst US-Medienmogul Rupert Murdoch, zu dessen Konzern die "Sun" gehört, forderte via Twitter dazu auf, Prinz Harry "eine Pause" zu gönnen. Die Menschen würden Prinz Harry lieben, trotz seiner Eskapaden, die indirekt auch vom Steuerzahler finanziert würden. Diese Meinung deckt sich tatsächlich mit einer Umfrage der "Sunday Times", nach der 75 Prozent der befragten Briten Prinz Harry trotz seines Fauxpas sympathisch finden. Um ihre Solidarität mit dem Prinzen zu zeigen, haben sich etwa 20.000 Facebook-Nutzer auf der Seite "Support Prince Harry with a naked salute" (Unterstützt Prinz Harry mit einem nackten Salut) in gleicher Pose nackt gezeigt. Die deutsche Zeitschrift "In Touch" kündigte an, Harrys Nacktbilder in der neuen Ausgabe am 30. August zu veröffentlichen.

Weitere Nacktfotos im Umlauf?

Nach dem ersten Schock könnte es für Prinz Harry ein zweites Mal peinlich werden: Zwei Amerikanerinnen sollen dem britischen PR-Papst Max Clifford, der die Boulevard-Presse in der Vergangenheit immer wieder mit spektakulären Promi-Geschichten versorgt hat, weitere Fotos zum Kauf angeboten haben. Er habe den Deal abgelehnt, weil er eine Veröffentlichung mit seinem Gewissen nicht hätte vereinbaren können, sagte Clifford in einem BBC-Interview.

Verlockendes Angebot von den Chippendales

Lob für Harrys sexy Auftritt gab es von der Männer-Striptease-Truppe Chippendales. Einer der Stripper sagte in einem Interview mit der US-Website "TMZ", Harrys Nacktbilder seien so beeindruckend, dass man ihn unbedingt für einen Gastauftritt in Las Vegas gewinnen wolle.

Harry misst sich mit Olympia-Schwimmer

Von Harrys Ausflug nach Las Vegas soll es zudem zahlreiche Fotos geben, die den Prinzen bei Pool-Partys zeigen. Auf den Bildern gibt sich der Royal lässig mit Panama-Hut und auch sein Credo "Let's get WILD" trägt der Prinz mit einer T-Shirt-Aufschrift offen zur Schau. Bei seinem Trip hat Harry den US-Schwimmer und Olympia-Goldmedaillen-Gewinner Ryan Lochte im Swimmingpool zu einem Wettschwimmen herausgefordert. Lochte bestätigte der britischen Zeitung "Daily Mail" die Begegnung: "Er ist ein toller Typ, und es war mir eine große Ehre, ihn zu treffen. Ich hatte es nicht leicht, gegen ihn anzukommen."

Lebender Bierflaschenöffner

Bahnrad-Olympiasiegerin Laura Trott und Prinz Harry auf einer Bildmontage. © dpa Bildfunk Fotograf: Langsdon Hollander

Neuer Fan: Für Olympia-Siegerin Laura Trott ist Harry ein Held. Er hat ihr ein Bier mit der Hand aufgemacht.

In einem Interview bestätigte auch Bahnrad-Olympia-Siegerin Laura Trott, dass Harry ein Typ zum Pferdestehlen ist. Die beiden hatten sich auf der Tribühne des olympischen Beach-Volleyball-Turniers kennengelernt. "Wir tranken also Bier, weil meine Wettbewerbe vorbei waren. Und wir hatten keinen Flaschenöffner, weil die auf den Zuschauerrängen nicht erlaubt sind. Also hat er das mit den Händen gemacht", verrät die Sportlerin. Doch damit nicht genug: Der Deckel sei quer durch die Zuschauer-Ränge geflogen und habe einen Mann am Kopf gestreift. "Oh, mein Gott", soll der Kommentar des Prinzen zu seinem Querschläger gewesen sein. Von den Royals sei Harry "der Beste". "Du erwartest nicht, dass er so normal ist", berichtete Trott begeistert.

Stand: 29.08.12 16:00 Uhr