Hosenbandorden trifft sich auf Schloss Windsor
Hosenbandorden trifft sich auf Schloss Windsor
Die Schaulustigen des Garter Day mussten keine Historiker sein, um den Hauch der Geschichte zu verspüren: Die Ritter des Hosenbandordens sind am 18. Juni 2012 in feierlicher Prozession durch den unteren Schlosshof von Windsor Castle zum Gottesdienst in die St. George's Chapel gezogen. Nur die luftigen Sommerkleider der Hunderten Schaulustigen erinnerten an das 21. Jahrhundert.
Ritterschlag in geheimer Zeremonie
Der Order of the Garter ist der exklusivste Orden Großbritanniens, vielleicht sogar der exklusivste Orden weltweit. Die Queen beruft die Mitglieder nach eigenem Ermessen. Die Zahl der Knights ist jedoch auf 24 limitiert, hinzu kommen Ehrenmitglieder der königlichen Familie, die Royal Knights, sowie ausländische Würdenträger, die Stranger Knights. Nur Männer und Frauen, die sich in hervorragender Weise um das Inselreich oder die Krone verdient gemacht haben, kommen als Kandidaten infrage. Der Ritterschlag, der aus dem Umschlingen des Hosenbandes um das linke Knie besteht, blieb Kameras und den neugierigen Blicken des Publikums bislang verborgen.
Gottesdienst mit fester Sitzordnung
In der Kirche des Ordens, der St. George's Chapel, hat jeder Garter Knight seinen festen Ehrenplatz. Bis zum ersten Weltkrieg hingen dort auch die Fahnen deutscher Fürsten, die mit dem Hosenbandorden ausgezeichnet wurden. Aber wegen der antideutschen Stimmung, die sich damals in Großbritannien breitmachte, wurden die deutschen Garter Knights 1915 aus dem Ordensregister gestrichen. Wenn das Wetter es erlaubt, fahren die Royals nach dem Gottesdienst in einer offenen Kutsche zurück zum oberen Schlosshof und zu den royalen Gemächern.
Eduard III. - Der Ordensgründer
Der französische Wahlspruch des Hosenbandordens soll von König Eduard III. stammen.
König Eduard III. soll den Ritterorden im 14. Jahrhundert gegründet haben. Um den französischen Wahlspruch "Honi soit qui mal y pense" der Vereinigung rankt sich eine pikante Legende: Bei einem höfischen Ball soll König Eduard III. das verlorene Strumpfband der Gräfin von Salisbury aufgehoben und um sein eigenes Bein geschlungen haben. Dem anschließenden Getuschel des Hofstaates soll er die Worte entgegnet haben: "Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Ich will dieses Hosenband zum vornehmsten Hosenband machen, das es je gegeben hat."
Stand: 19.06.11 11:15 Uhr