Diana - Die tragische Prinzessin

Diana - Die tragische Prinzessin

von Nicola Millies

Es war einmal ... ein junges Mädchen, das am 1. Juli 1961 als Tochter von Lord Edward John Spencer und seiner Frau Frances Ruth Burke auf dem königlichen Gut Sandringham das Licht der Welt erblickte. Ein braves Schulkind, ein folgsamer Teenager, der, nach der Trennung der Eltern, bei seinem Vater aufwuchs.

Diana - Die meistfotografierte Frau der Welt

Das Leben als Prinzessin hat Diana nicht immer Glück gebracht. Der Titel, der ihr wohl am meisten gefallen hat - und der für viele bis heute gilt ist "Königin der Herzen".

"Eine richtige kleine Prinzessin", finden ihre Eltern. In ihrem weißen Kleidchen auf einer Picknickdecke machte Diana schon als kleines Mädchen einen bezaubernden Eindruck.

Das Herz einer Schwiegermutter zu erobern, fällt vielen Frauen schwer. Das Herz von Königin Elizabeth zu erwärmen war für Diana unmöglich. Nicht nur auf dem Verlobungs-Foto stand sie zwischen der Prinzessin und Prinz Charles.

Drei Tage vor ihrer Traumhochzeit sieht man eine strahlende Diana und einen glücklichen Charles. Obwohl sich die scheue Braut und der 13 Jahre ältere Bräutigam gar nicht richtig kannten, hoffte Diana auf ein wahrgewordenes Märchen, ...

... denn als solches begann es: Schüchterne Kindergärtnerin heiratet den zukünftigen König von England. Aber Diana wollte nicht nur einen Titel. Sie wollte Wärme, sie wollte Liebe. Sie bekam einen goldenen Käfig.

Vielleicht war Diana am Anfang ihrer Ehe mit Charles zu naiv - sie glaubte an seine Gefühle und an die Freundschaft zu Camilla. Die Affäre zwischen den beiden versuchte sie schweigend zu ertragen. Doch Diana zerbrach innerlich, litt an Depressionen und Ess-Störungen.

Ein Thronfolger: Am 21. Juni 1982 erblickt William das Licht der Welt. 30 Jahre später weiß man, er wird eines Tages von seinem Vater den Thron erben, von seiner Mutter hat er aber längst das gütige Wesen. Auch die Geburt ihres zweiten Sohnes Harry konnte die Ehe von Diana und Charles nicht retten.

Die Geburt ihres zweiten Sohnes Harry war für Diana ein letzter Hoffnungsschimmer, ihre Ehe zu retten. Vergeblich. Je mehr Aufmerksamkeit man Diana entgegen brachte, um so mehr wendete sich Charles von ihr ab.

Familienalltag: Diana setzte im Königshaus durch, dass ihre Söhne William und Harry einen ganz normalen Kindergarten besuchen. Schmeißen die Kinder im nobelsten Viertel Londons eigentlich mit Sand oder Goldstaub?

Hoher Besuch im hohen Norden: Im November 1987 statteten Charles und Diana Hamburg und seinem Bürgermeister Klaus von Dohnanyi einen Besuch ab. Ganz unhanseatisch jubelten die Menschen dem Kronprinzenpaar von den Straßen zu.

Diana war begeistert, als ihr Schwager Andrew die bürgerliche Sarah Ferguson heiratete. Doch die Stimmung kippte, nachdem Sarah in einem Buch einige private Details über Prinzessin Diana veröffentlichte.

Sie traten noch als Ehepaar in der Öffentlichkeit auf, doch an ihrer Körpersprache erkannte man sofort, wie es um die Ehe stand. Im August 1996 ließen sich Diana und Charles scheiden.

Mit der Scheidung verlor die Königin der Herzen zwar viele Rechte, aber auch Pflichten. Ihren Kampf für Menschen in Not setzte sie unbeirrt fort. Nelson Mandela war nach seinem Treffen mit ihr im März 1997 verzaubert.

Vor mehr als 2,5 Milliarden Menschen sang er bei Dianas Trauerfeier "Goodbye England's Rose": Elton John. Die Freundschaft zwischen ihnen war eine ganz besondere und entstand durch Dianas und Elton Johns gemeinsamen Kampf gegen Aids.

Nur selten sah man Take That so artig: Diana traf auf die britische Pop-Band am 1. Dezember 1994 im Rahmen eines Konzerts zum Welt-Aids-Tag.

In Dodi al Fayed hatte Diana endlich einen Mann gefunden, für den sie wieder strahlen konnte. Doch ihre Liebe sollte nur einen Sommer halten.

War es die Flucht vor den Paparazzi oder ein Komplott? Am 30. August 1997 isst das Paar noch romantisch in einem Pariser Restaurant zu Abend. Wenige Stunden später werden sie bei einem Autounfall so schwer verletzt, dass Dodi sofort, Diana wenige Stunden später am Morgen des 31. August 1997 stirbt.

Königin Elizabeth und Prinz Philip können es nicht glauben: Weltweit betrauern die Menschen Dianas tragischen Tod. Der Palast wird eingedeckt mit Blumen. Für das Königshaus beginnt eine schwere Krisenzeit.

Diana wäre heute stolz auf ihre Söhne. Sie haben trotz der strengen Erziehung eine Persönlichkeit entwickelt. Mal über die Stränge zu schlagen - das gehört einfach zum Erwachsenwerden dazu.

Und auch an Kate hätte sie sicherlich ihre Freude. Dass William seiner Braut zur Verlobung Dianas Ring geschenkt hat, ist eine liebevolle Geste, seine tote Mutter an diesem wichtigen Tag teilhaben zu lassen. Möge er diesem Brautpaar mehr Glück bringen, als es die traurige Prinzessin hatte.

Berufswunsch: Kindergärtnerin

Sie ist gerade mal 16 Jahre alt, als Diana bei einem Jagdausflug auf den zukünftigen König Englands, Prinz Charles, trifft. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch keiner, dass ihr der 13 Jahre ältere Charles einmal große Liebe und größtes Unglück werden wird. Diana beendet 1978 ihre Schule im Institut Alpin Vidematte im schweizerischen Rougemont und zieht anschließend zurück nach London. Dort lebt sie mit drei Freundinnen in einem Apartment am Coleherne Court in South Kensington und arbeitet bis 1981 als Kindergärtnerin an der Young England School in Pimlico.

Ein Märchen wird wahr

29. Juli 1981: Nach ihrer Hochzeit geben sich Diana und Charles auf dem Balkon des Buckingham Palastes einen Kuss © dpa Bildfunk

Dieser Kuss verzaubert Millionen Zuschauer. Am 29. Juli 1981 heiraten Diana und Charles. Damals glauben alle an ein wahr gewordenes Märchen.

In dieser Zeit lebt auch der Kontakt zur königlichen Familie wieder auf. Gerüchten zufolge hat vor allem die Königin diese Beziehung forciert. Diana entspricht genau dem Bild, das sich Elizabeth für eine zukünftige Königin vorstellt: Abstammung aus einer der führenden Adelsfamilien, protestantisch erzogen und Jungfrau. Am 24. Februar 1981 wird die Verbindung mit einer Verlobung offiziell. Der Verlobungsring - Weißgold mit einem ovalen Saphir und 14 Brillianten - ein Vorgeschmack auf Dianas märchenhafte Zukunft. Mit der Eheschließung am 29. Juli 1981 folgt der Titel: Ihre Königliche Hoheit The Princess of Wales.

Der Traumprinz ist eigentlich ein Frosch

Diana und Charles mit ihrem erstgeborenen Sohn William im April 1983 bei einem Staatsbesuch in Australien. © dpa / picture alliance

Erst jungfräulich in die Ehe, dann ein männlicher Thronfolger - Diana tut alles für das Königshaus.

Doch das Scheidungskind Diana will keinen Titel und keinen Schmuck. Sie will Liebe. Die von Charles. Dass dessen Herz seiner früheren Flamme Camilla Parker Bowles gehört, weiß Diana sehr früh. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Sie schenkt einem Thronfolger das Leben - William wird am 21. Juni 1982 geboren. Doch je mehr Aufmerksamkeit die junge Frau von der Öffentlichkeit erfährt, umso weniger kümmert sich Charles um sie. Am 15. September 1984 kommt ihr zweiter Sohn Harry zur Welt. Die Ehe scheint zu diesem Zeitpunkt bereits in einer schweren Krise zu stecken. Gerüchte kochen hoch, Diana habe Affären. Mit ihrem Leibwächter, einem Reitlehrer. Diana leidet damals schon, wie sie Jahre später in Interviews bestätigt, an Depressionen und Bulimie, unternimmt angeblich einen Selbstmordversuch. Aber auszubrechen aus der Ehe, das wagt sie nicht. Sie will ihre Söhne nicht im Stich lassen, hat Angst vor der Zukunft.

Ehebruch kommt in den besten Familien vor

Prinz Charles und Lady Diana © picture-alliance / dpa Fotograf: Shelley

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das vermeintliche Glück zwischen Diana und Charles weicht schnell der Realität.

Während die Ehe der beiden ins Desaster steuert, wächst die mediale Diana zunehmend über sich hinaus. 1990 wird sie zur "Bestgekleideten Frau", 1992 zur "Schönsten Frau" Großbritanniens gewählt, die meistfotografierte Frau der Welt ist sie schon längst. Und die Aufmerksamkeit nutzt Diana geschickt aus. Aus dem schüchternen Kindermädchen ist eine Frau mit Zielen und Aufgaben geworden. Sie wehrt sich gegen die Königsfamilie, von der sie sich so sehr im Stich gelassen fühlt. Am 9. Dezember 1992 gibt der damalige britische Premierminister die Trennung von Charles und Diana offiziell bekannt. Dass Charles zwei Jahre später in einem Interview den Ehebruch gesteht, war nur noch reine Formsache. Nur wenige Monate zuvor verstirbt ihr Vater, Lord Spencer. Ein Verlust, der die Prinzessin sehr trifft.

Königin der Herzen

Prinzessin Diana trägt bei ihrem Besuch in einerm pakistanischen Krankenhaus ein krebskrankes Kind auf ihren Armen. © picture-alliance / dpa Fotograf: John Giles

Nach der Scheidung widmet sich Diana den Menschen, die ihre Liebe dankbar annehmen und erwidern: den Kranken, den Armen, den Kindern.

Am 28. August 1996 lassen sich Diana und Charles scheiden. Der Vertrag dazu macht die zweifache Mutter nicht freier. Sie darf sich weiterhin "Princess of Wales" nennen, teilt sich mit Charles das Sorgerecht und erhält von Charles eine Abfindung. Aber: Sie darf nicht ins Ausland ziehen, muss alle Reisen, auch für wohltätige Zwecke, von der Königin unterzeichnen und neue Aufgaben genehmigen lassen. Und an großen nationalen Ereignissen darf sie nur noch auf ausdrückliche Einladung des Königshauses teilnehmen. Dass sie ihren Titel "Königliche Hoheit" verliert, ist dabei am leichtesten für sie zu verkraften, denn in der Öffentlichkeit ist Diana als "Königin der Herzen" bereits bestens bekannt. Ihr Einsatz gegen Landminen, die Spendensuche für Leprakranke, Krebspatienten, Kinder in Not - Diana engagiert sich. Sie verkauft Plätze auf ihrer Tanzkarte, lässt Roben versteigern, lässt ihren einzigartigen Charme spielen. Sie wird gebraucht - das macht sie glücklich.

Ein neues Glück

Trauer um die Verünglückten: Porträts von Prinzessin Diana und Dodi al Fayed im Schaufenster des Londoner Kaufhauses Harrods, Foto: dpa Bildfunk © dpa Bildfunk

War es nur eine Sommer-Affäre oder ein neues Liebes-Glück? Diana und Dodi Al-Fayed

Ein Privatleben zu führen wird für Diana immer schwieriger. Zuviel Angst, sich einem Mann anzuvertrauen, der wirklich an ihr und nicht der Medien-Prinzessin interessiert ist. Im Jahr 1997 schlägt es aber doch noch einmal ein. Dodi Al-Fayed heißt der Auserwählte. Diana trifft den millionenschweren Sohn des Eigentümers des Kaufhauses Harrod's immer mal wieder auf Partys. Viele Gemeinsamkeiten, beide geschieden, beide sozial engagiert, bringen viel Gesprächsstoff und damit auch Nähe. Und diese Nähe bringt Aufmerksamkeit.

Das tragische Ende

Mit starren Gesichtern folgen am 6. September 1997 Dianas Bruder Charles (links) und Prinz Charles (r) dem Sarg Dianas auf dem Weg zur Trauerfeier in die Londoner Westminister Abtei. © picture-alliance / dpa

Dianas tragischer Tod lässt die Welt einen Augenblick stehen bleiben und erschüttert das Ansehen des englischen Königshauses nachhaltig.

Diana und ihr Freund Dodi sind am Abend des 30. August 1997 in Paris, gehen im Ritz essen. Als sie wieder herauskommen, warten schon die Paparazzi vor der Tür. Mit viel zu viel Tempo versucht Chauffeur Henri Paul mit seiner prominenten Fracht vor den Journalisten zu fliehen. Dabei kommt es zu einem tragischen Unfall im Seine-Tunnel am Pont de l'Alma. Dodi und der Chauffeur sterben noch an der Unfallstelle. Diana stirbt wenige Stunden später am 31. August um 4 Uhr morgens. Die Ursache des Unfalls ist bis heute ungeklärt und liefert viel Platz für Spekulationen.

Dianas Geschichte bleibt ein Märchen. Leider eines ohne Happy-End. Good bye, Diana.

Stand: 30.08.12 13:00 Uhr