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22.05.2012

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Belgien

Fabiola - Königin außer Dienst

von Oliver Klebb

15. Dezember 1960: König Boudewijn heiratet die Spanierin Fabiola. © Picture-Alliance / dpa Bild vergrößern Bildunterschrift: 15. Dezember 1960: Die Spanierin Fabiola heiratet König Boudewijn. ]
Königin Fabiola, die Witwe des belgischen Königs Boudewijn, hat am 11. Juni 2008 ihren 80. Geburtstag gefeiert. Die zierliche Frau mit den markanten silbrig-gewellten Haaren steht zusammen mit ihrem Mann 33 Jahre an der Spitze des belgischen Staates. Die beiden heiraten am 15. Dezember 1960 - wie aus dem Nichts wurde die gebürtige Spanierin plötzlich die Frau an der Seite des belgischen Regenten, der im Alter von 20 Jahren 1951 zum König gekrönt wurde. Bis heute ist nicht genau bekannt, wie und wo sie sich kennenlernten. Mit einem betont schlichten Lebensstil und als Vermittler zwischen den rivalisierenden Volksgruppen der Flamen und Wallonen gewinnt das Paar schnell das Vertrauen seiner Landsleute - obwohl das Königshaus des kleinen Benelux-Staates in den Nachkriegsjahren zunächst auf wackeligen Beinen steht.

Große Beliebtheit beim Volk

3. Juni 2008: Auf Schloss Laeken in Brüssel feiert Königin Fabiola vorab ihren 80. Geburtstag. © Picture-Alliance / dpa Bild vergrößern Bildunterschrift: Zwar eine Königin außer Dienst, aber beim Volk dank ihres sozialen Engagements beliebt: Fabiola. ]
Bis heute hat die Monarchin außer Dienst einen Platz im Herzen der Belgier: Fabiola gehört zu den beliebtesten Mitgliedern der belgischen Königsfamilie. Als Boudewijn am 31. Juli 1993 in seiner Sommerresidenz im südspanischen Motril überraschend stirbt, wird sein Bruder Albert König der Belgier, denn das Paar bleibt kinderlos. Fabiola trägt fortan nur noch den Titel "Königin von Belgien". In einem Meer von schwarz gekleideten Trauergästen trägt Fabiola zu Baudouins Beerdigung ein schneeweißes Trauerkleid. Und nicht nur optisch setzt die Königin ein Zeichen: Für den Trauergottesdienst in der Brüsseler Kathedrale Saint-Michel wünscht sie sich eine Messe der Freude, Hoffnung und Auferstehung.

Tochter eines spanischen Grafen

Die belgische Königin Fabiola als junge Frau. © Picture-Alliance / dpa Bild vergrößern Bildunterschrift: Eine Frau zum Verlieben: Königin Fabiola als rassige spanische Schönheit in jungen Jahren. ]
Geboren wird Fabiola am 11. Juni 1928 in Madrid als sechstes Kind des Grafen Don Gonzalo de Mora, der zu den reichsten Großgrundbesitzern Spaniens gehört. Doch nicht nur ihr Vater ist ein Blaublüter aus gutem Hause: Durch ihre Mutter Doña Bianca, die in direkter Linie von den Königen von Aragon abstammt, fließt sogar königliches Blut in Fabiolas Adern. Und wie sich eine Königin in der Öffentlichkeit benimmt, legt ihr die Mutter quasi in die Wiege: Doña Bianca von Aragon war die Hofdame der spanischen Königin Eugenia, der Mutter von König Juan Carlos. Die spanische Monarchin wiederum wurde Taufpatin von Fabiola und hat der jungen belgischen Königin nach der Heirat 1960 sicher so manchen guten Ratschlag gegeben.

Großes soziales Engagement

1970: Königin Fabiola mit Kindern bei einem Staatsbesuch im Kongo. © Picture-Alliance / dpa Bild vergrößern Bildunterschrift: Sie hilft, wo sie kann: Königin Fabiola mit Kindern bei einem Staatsbesuch im Kongo im Jahr 1970. ]
Neben ihrer Muttersprache Spanisch spricht Fabiola fließend Französich, Englisch, Italienisch und Deutsch. Seit frühester Jugend interessiert sie sich für Kunst und Literatur. Nach ihrer Schulausbildung in Madrid, Paris, Lausanne und Rom absolviert Fabiola in einem spanischen Militärkrankenhaus eine Ausbildung als Krankenschwester. Nach ihrer Abschlussprüfung gründet sie in einem kleinen Mietshaus in Madrid eine Stiftung, die Geld für bedürftige Spanier sammelt. Doch die gläubige Katholikin hilft nicht nur mit Geld: Regelmäßig besucht sie in den Arbeitervierteln der spanischen Hauptstadt Arme und Kranke, um vor Ort zu helfen. Unmittelbar nach der Hochzeit mit Boudewijn richtet Fabiola ein Sozialsekretariat im königlichen Palast ein und macht sich stark für arme Menschen, an Legasthenie leidende Kinder und benachteiligte Frauen in Entwicklungsländern. Bis heute engagiert sie sich als Vorsitzende des Königin-Fabiola-Fonds für geistig Behinderte.

Kinderwunsch bleibt unerfüllt

Das belgische Königspaar Fabiola und Boudewijn (undatierte Aufnahme) © dpa Bildfunk Bild vergrößern Bildunterschrift: Das Schicksal trifft auch Königinnen: Trotz fünf Schwangerschaften bleibt die Ehe mit Boudewijn kinderlos. ]
Trotz eines erfüllten Lebens bleibt ein großer Wunsch der belgischen Königin offen: Die Ehe mit Boudewijn bleibt kinderlos. In einem Interview im belgischen Fernsehen gibt Fabiola zu, dass sie in den 60er-Jahren bei Fehlgeburten insgesamt fünf Kinder verloren hat. Zum Ersatzkind wird im Jahr 1971 der Sohn von Boudewijns Bruder Albert: Als sich der heutige belgische König und seine Frau Paola in Skandale verstricken, übernimmt Fabiola die Erziehung des damals elfjährigen Kronprinzen Philippe.

Stand: 30.03.2011 15:30