09.10.08 | 22:00 Uhr

Krankenkassen - wie die Regierung Arbeitnehmer abzockt

von Tamara Anthony, Nils Casjens, Bettina Schön

Die gesetzliche Krankenversicherung wird wieder teurer. 15,5 Prozent ist der neue Beitragssatz. Die meisten Versicherten haben sich damit schon abgefunden. Doch diese Erhöhung ist leider nur die halbe Wahrheit.

Die Ganze muss man im Kleingedruckten des Gesetzestextes suchen. Dort steht: Die Mehrausgaben der Krankenkassen in den nächsten Jahren tragen weitgehend die Arbeitnehmer allein - ohne Beteiligung der Arbeitgeber. Dass diese Mehrausgaben kommen werden, gilt als sicher. Denn kaum jemand bezweifelt, dass die Kosten im Gesundheitssystem weiter steigen werden. Das Geld im Gesundheitsfonds wird dann nicht mehr reichen. Die Löcher werden die Arbeitnehmer durch Extrazahlungen stopfen müssen, also weiter draufzahlen, während die Arbeitgeber entlastet werden.

Erst wenn die Versicherten fünf Prozent der gesamten Krankenkassenausgaben alleine schultern, muss der Beitragssatz wieder angehoben werden. Und erst dann werden auch die Arbeitgeber wieder mit zur Kasse gebeten. Bis dahin können allerdings mehrere Jahre vergehen, in denen die Arbeitnehmer quasi allein für die steigenden Kosten im Gesundheitswesen bezahlen.

Panorama über die Tricks im Kleingedruckten der Gesundheitsreform.

Stand: 06.12.10 16:36 Uhr