22.01.09 | 21:45 Uhr

Kindesentzug – die Allmacht der Jugendämter

Aktenstapel © dpa Fotograf: dpa

Nur einmal im Monat darf Bettina S. ihre Kinder sehen. Das Jugendamt hat sie ihr weggenommen, weil sie Ehestreitigkeiten und Depressionen hatte. Darunter würden die Kinder leiden, so die Begründung.

Ihren Sohn hat das Jugendamt aus dem Kindergarten abgeholt, seine große Schwester aus der Schule. Zwei Tage lang wusste Bettina S. nicht, wo ihre Kinder sind. Seither kämpft sie vor Gericht um ihr Sorgerecht.

Bettina S. ist nicht allein mit ihrem Problem. Nach den Schlagzeilen über dramatische Fälle von Vernachlässigung, etwa bei Lea-Sophie aus Schwerin und Kevin aus Bremen, nehmen Jugendämter immer schneller Kinder aus ihren Familien. Fast immer gegen den erklärten Willen ihrer Eltern. 2007 gab es fast dreimal so viele sogenannte Herausnahmen wie im Jahr zuvor. Für die Familien ein traumatisierendes Erlebnis. Häufig folgt für die Eltern ein jahrelanger Kampf ums Sorgerecht. Und je länger der Rechtsstreit dauert, desto geringer sind ihre Chancen, die Kinder je zurückzubekommen.