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23.02.2012

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Sendung vom 26. Januar 2012

Walsrode: Eine Kleinstadt profitiert von den Hells Angels

Waffenhandel, Drogenschmuggel, Prostitution: Es gibt nur wenige Verbrechen, mit denen die Hells Angels nicht in Verbindung gebracht werden. Die 1948 in Kalifornien gegründete Motorradgang hat inzwischen Mitglieder auf der ganzen Welt – auch im niedersächsischen Walsrode. Doch in dem kleinen, beschaulichen Heide-Städtchen schien sich lange Zeit niemand an den Männern mit den Lederwesten zu stören. Warum auch: Wolfgang Heer, Betreiber des örtlichen Bordells, einer Bowlingbahn sowie eines Sportzentrums und Mitglied der Hells Angels ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Wohltäter: Der örtliche Weihnachtsmarkt, der Fußballverein, das Rote Kreuz – alle haben von seinen Spenden profitiert. Woher das Geld stammt: Nebensache.

Walsrode: Eine Kleinstadt profitiert von den Hells Angels

Im niedersächsischen Walsrode schien sich lange niemand an den Rockern zu stören. Warum auch: Der Weihnachtsmarkt, der Fußballverein, das Rote Kreuz – alle haben von den Angels profitiert.

Wer wie Grünen-Ratsmitglied Detlev Gieseke öffentlich Kritik an den Hells Angels übt, muss mit Gegenwind rechnen – vor allem aus dem bürgerlichen Lager. Das Landeskriminalamt beobachtet die bürgerliche Maskerade der Hells Angels jedenfalls mit Sorge: "Da muss man ganz genau hinschauen." Und der Betroffene selbst? Ist sich keiner Schuld bewusst: "Ich werde mich doch jetzt nicht mit 65 Jahren mehr umbiegen lassen in meinem sozialen Verhalten: In der einen Sache bin ich Hells Angel und in der anderen Sache bin ich Mensch - das ist doch meine Sache."

Unterdessen versucht Walsrodes Bürgermeisterin Silke Lorenz auf ihre Weise dem Problem Heer Herr zu werden: Sie bittet alle Beteiligten, auf Geschäfte mit den Rockern zu verzichten.

Nächster Sendetermin
Do, 23. 02. 2012 | 21:45 Uhr