15.03.12 | 21:45 Uhr

Geld statt Widerstand: Wie sich Umweltverbände kaufen lassen

von Mareike Burgschat, Jörg Hilbert

Umweltverbände: Das sind die Anwälte der Natur, sie kämpfen gegen Verschmutzung und Zerstörung, treten ein für das Gute! Niemals würden sie gegen Geld ihren Protest zurückziehen. Doch die Realität sieht ziemlich anders aus: Immer wieder zahlen Firmen für geplante Großprojekte Geld in eine Umweltstiftung und die Verbände verzichten im Gegenzug auf eine Klage. Ein Prinzip, das hervorragend funktioniert - zum Beispiel beim gigantischen Off-Shore-Windpark "Nordergründe", der im Wattenmeer vor Wangerooge geplant ist, bei der Emsvertiefung für die Überführung riesiger Kreuzfahrtschiffe oder beim Ausbau des Lübecker Flughafens.

Ablasshandel statt Protest

"Kuhhandel" - so nennen das aktive Naturschützer wie Manfred Knake, der sich seit Jahrzehnten für den Vogelschutz in der Nordsee einsetzt: "Die Funktionäre der Naturschutzverbände agieren derzeit völlig abgehoben. Sie haben ihre Ziele aus den Augen verloren. Haben ihre Anstrengungen verdoppelt, aber nicht Richtung Naturschutz, sondern in Richtung Geld."

Die Naturschutzverbände argumentieren, mit den Millionen aus der Industrie könne man die Natur vor allem an anderer Stelle fördern - mit Hilfe der Stiftungen. Ob das die Naturzerstörungen tatsächlich ausgleichen kann, ist jedoch äußerst fraglich. Panorama über den Ablasshandel der Umweltverbände.

Stand: 15.03.12 09:41 Uhr