08.11.12 | 21:45 Uhr

Überlastung: Jugendamt ruiniert Familien

von Gesine Enwaldt

Lara und Lea sind Schwestern, elf und neun Jahre alt. Doch seit einiger Zeit leben sie - nach Intervention des Jugendamtes von ihren Eltern getrennt - in Pflegefamilien. Jede Schwester in einer anderen, so können sie sich noch nicht einmal untereinander regelmäßig sehen. Das Jugendamt Itzehoe hatte sie eines Tages aus der Schule abgeholt - ohne Vorwarnung, ohne Vorbereitung.

Die Lebensumstände in ihrer Herkunftsfamilie waren schwierig, zugegebenermaßen. Ein Gericht hatte über die Herausnahme entschieden, doch die Art und Weise, wie das Jugendamt diesen Entschluss umsetzte, hat das Dorf schockiert. Die beiden Mädchen waren in ihrem Heimatort integriert, waren im Sportverein, hatten Freunde und Bezugspersonen. Dann waren sie plötzlich weg - und keiner wusste etwas über ihren Verbleib.

Kostensenkung als einziges Ziel?

Hintergrund dieses merkwürdigen Handelns scheint der Sparzwang im Jugendamt Itzehoe zu sein: Schon vor Jahren haben Mitarbeiter mit Hilfe von Überlastungsanzeigen versucht, sich gegen mögliche eigene Fehler durch Überarbeitung abzusichern. Beobachter kritisieren, fachlich-professionelle Kriterien würden vernachlässigt, weil dem Amt das Geld fehle. Und so werde nicht mehr für alle Kinder ordentlich gesorgt.

Nun hat das Jugendamt Itzehoe endlich neues Personal bekommen, nach jahrelanger Kritik und Berichterstattung. Eine Methode der Problemlösung, die man Kindern in anderen Städten ersparen sollte.

Stand: 08.11.12 11:00 Uhr