10.02.11 | 23:00 Uhr

Keine Rente mit 67: Schuften bis zum Umfallen

Altersarmut wird in Deutschland zunehmend ein Problem, das weite Teile der Beschäftigten betrifft: Die Rente reicht zum sorgenfreien Leben im Ruhestand oft nicht mehr aus. Ein Grund ist die Fehlentwicklung auf den Arbeitsmärkten: Während die Löhne über Jahre hinweg zurückgingen, hat die hohe Massenarbeitslosigkeit der vergangenen Jahrzehnte bei den Betroffenen zu geringeren Rentenansprüchen geführt.

In Ostdeutschland ist die Situation besonders fatal. Hier wird ein Großteil derjenigen, die in 20 Jahren in Rente gehen, eine gesetzliche Rente von nahe oder unter 600 Euro bekommen. Um der Armutsfalle zu entrinnen, arbeiten viele Rentner in Nebenjobs. Werner K. zum Beispiel ist 84 Jahre alt und fährt noch immer bis zu 50 Stunden in der Woche Taxi. Er hat immer Geld verdient und brav in die Rentenkasse eingezahlt. Doch zum Leben reicht das heute nicht mehr. Nach Abzug von Versicherungen und Miete bleiben ihm nur 280 Euro im Monat.

Mit Zeitungen austragen verdient sich Ferdinand M. etwas nebenher – um sich ab und zu einen Urlaub leisten zu können. Seine Rente von etwa 900 Euro reicht dafür nicht - dabei hat der 83-Jährige über 40 Jahre durchgehend gearbeitet. Rita M. kommt aus Leipzig. Als freiberufliche Grafikerin hat sie immer recht wenig verdient. Jetzt als 70-Jährige stehen ihr deshalb nur 620 Euro Rente zu. Mit gleich drei Nebenjobs auf einmal versucht sie, im Alter kein Sozialfall zu werden. Panorama über die Angst vor der Altersarmut.

Stand: 09.02.11 17:00 Uhr