12.08.10 | 21:45 Uhr

Hitze, Feuer, Flut: die verdrängte Klimakatastrophe

An immer größeren Katastrophen mangelt es in diesem Jahr nicht. In Pakistan sind 1.400 Menschen im Hochwasser ertrunken, am Nordpol ist ein riesiges Gletscherstück abgebrochen, in Russland brennen nach einer enormen Hitzewelle riesige Waldflächen und Moskau liegt unter einer dicken Rauchwolke. Und dann noch diese Meldung: 2010 ist das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor 130 Jahren - weltweit!

Menschen in Moskau schützen sich mit Atemnschutzmasken gegen den giftigen Qualm, den die Waldbrände verursachen (07.08.2010) © picture alliance / dpa Fotograf: Sergei Chirikov

Worüber hätten wir jetzt normalerweise diskutiert? So wie in all den anderen Jahren? Über die Klimakatastrophe! Doch das Thema ist ziemlich out, die Deutschen sind offenbar klimamüde. In den Medien ist das Thema Klimawandel fast zum Tabu geworden. Nur noch selten taucht es auf den Titelseiten auf.

Auch die ehemalige "Klimakanzlerin" Angela Merkel wendet sich ab – nach dem enttäuschenden Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen hat sie offenbar Angst, Klimaschutz könnte ein Verliererthema sein. Die USA und China sind von verbindlichen Zusagen meilenweit entfernt. Und auch Deutschland hat das finanzielle Versprechen von Kopenhagen, den Entwicklungsländern zu helfen, schon gebrochen. Der Klimawandel ist da, und keiner redet mehr drüber.