18.03.10 | 21:45 Uhr

Dubiose Nebengeschäfte: Ärzte als Pillenhändler

Der Arzt soll heilen und nicht verkaufen - so sagt es die Berufsordnung. Dabei geht es nicht zuletzt um Vertrauen. Denn kein Patient soll befürchten müssen, seine Diagnose bekomme er nur, damit der Arzt ihm anschließend die dazu passenden Pillen verkaufen kann. Derartige Geschäfte sind den Medizinern deshalb gesetzlich untersagt.

Rote Tabletten in Verpackung. © dpa Fotograf: Frank Kleefeldt

Doch immer mehr findige Ärzte umgehen dieses Gebot. Sie deklarieren etwa einen Raum ihrer Praxis als "Praxisparalleles Institut" - ein eigenes Gewerbe, meist geführt auf den Namen des Ehepartners oder einer Arzthelferin. Hier können sie dann in einem Graubereich des Gesetzes Geschäfte machen. Besonders häufig werden Vitaminpräparate verkauft. Mittelchen also, deren Wirksamkeit nicht belegt ist, die durch die Empfehlung des Arztes aber gewissermaßen "veredelt" werden können.

So haben sich einige Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln sogar darauf spezialisiert, ihre Waren über niedergelassene Ärzte zu vertreiben. Eigene Produktlinien sind speziell für den Arzt als Verkäufer konzipiert; in Seminaren können Interessierte lernen, wie Patienten am erfolgreichsten anzusprechen sind. Die Praxis als Krämerladen? Panorama über Ärzte und ihr lukratives Nebengeschäft.