26.03.09 | 22:00 Uhr

Schäuble und die Islamisten - Großrazzia bei Vorzeigemoslems

Schwerbewaffnete Spezialkommandos rückten Anfang März zu einer bundesweiten Großrazzia aus. Ihr Ziel: Islamische Gotteshäuser, Geschäftsräume, Privatwohnungen. Es geht um Betrug, Geldwäsche und die Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Wolfgang Schäuble © dpa

Im Visier der Ermittler: Sieben mutmaßliche Islamisten. Unter ihnen auch prominente Vorzeigemoslems wie Ibrahim el-Zayat, Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland, und Oguz Ücüncü, Generelsekretär der türkischen Großorganisation Milli Görus. Während beide bei der Islamkonferenz von Bundesinnenminister Schäuble dabei waren, ermittelte bereits die Staatsanwaltschaft gegen sie.

Sind sie wirklich geeignete Gesprächspartner, wenn es um Dialog und Integration in Deutschland geht? Die Staatsanwaltschaft jedenfalls wirft der Gruppe um El-Zayat und Ücüncü auch vor, direkte Kontakte zur verbotenen Muslimbruderschaft zu unterhalten. Und die fordert laut Verfassungsschutz immerhin, in ihren Heimatländern einen islamischen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia zu errichten.

Panorama berichtete bereits vor vier Jahren über die islamistischen Umtriebe El-Zayats. Damals setzte er sich - zum Teil erfolgreich - zur Wehr. Und heute? Die Vorwürfe sind ähnlich - doch diesmal ermittelt die Staatsanwaltschaft.