07.05.09 | 21:45 Uhr

Die Tricks der Pharmakonzerne - Gratispillen als Einstiegsdroge

Verschiedene Medikamente © Normann Hochheimer/CHROMORANGE

Ob Diabetes, Bluthochdruck oder Asthma: Chronisch kranke Menschen sind für Pharmaunternehmern eine besonders wertvolle Zielgruppe. Denn solche Patienten schlucken ihre Pillen täglich, und das über Jahre hinweg. Die Therapie beginnt oft im Krankenhaus. Hier wird der Patient auf die Medikamente eingestellt, die er dann zuhause weiternimmt. Wenn es den Pharmaunternehmen gelingt, im Krankenhaus ihr Präparat an den Patienten zu bringen, klingelt die Kasse.

Der Trick: Einige Pharmaunternehmen geben Medikamente quasi zum Nulltarif an die Krankenhäuser ab. Die Medikamente werden verordnet, und nach dem Krankenhausaufenthalt übernehmen die niedergelassenen Ärzte die Verschreibungen der Klinikkollegen. Die Rechnung der Pharmaunternehmen geht also auf: Die Patienten schlucken über Jahrzehnte Pillen, die im Vergleich zu andern Produkten manchmal das Zehnfache kosten. Und sorgen so für hohe Kosten, die wir alle tragen.

Weitere Informationen und Berichte
Trotz Verbot - Pharmakonzerne manipulieren ÄrztefortbildungenPanorama-Beitrag vom 16. August 2007.
Wie die Pharmalobby günstige Preise verhindertReport Mainz vom 24.07.2006.
Tatort Apotheke - Skrupelloser Handel mit MedikamentenPanorama-Beitrag vom 17. Oktober 2002.

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