07.05.09 | 21:45 Uhr

Mobbing gegen Kranke - wie Unternehmen Mitarbeiter rausekeln

Heiner S. war mehr als zwanzig Jahre lang ein geschätzter Mitarbeiter eines großen Autoherstellers. Doch in den vergangenen Jahren war er häufiger krank, seitdem möchte man ihn dort offenbar gerne los werden. Mit seinen Krankheitstagen mache er die "Anwesenheitsstatistik" kaputt, sagte sein Meister und machte Druck. "Das muss anders werden. Überleg dir was!" So ging Heiner S. immer wieder krank zur Arbeit - aus Angst um seinen Arbeitsplatz.

Ein Krankenschein wird vom Arzt abgestempelt. © picture-alliance/ ZB Fotograf: Peter Endig

In großen Konzernen gehört ein niedriger Krankenstand oft zu den Zielvorgaben der Abteilungen. Vor einigen Wochen wurden Statistiken aus dem Bremer Daimler-Werk öffentlich, in denen Krankheiten verschiedener Mitarbeiter aufgelistet waren. Und es wurden Vorwürfe laut, diese Daten seien in großen Runden offen diskutiert worden - samt Namen der Mitarbeiter. Daimler bezeichnet das als Einzelfall.

Doch Daimler steht nicht alleine da: Auch bei einer großen Drogeriekette fühlen sich kranke Arbeitnehmer unter Druck gesetzt. Dies geht so weit, dass ein kranker Mitarbeiter schriftlich dazu aufgefordert wird, sich zu überlegen, "ob Ihr Arbeitsplatz bei uns...noch der "Richtige" für Sie ist." Das Bundesgesundheitsministerium meldet derweil für das erste Quartal 2009 einen historisch niedrigen Krankenstand.

Weitere Informationen und Berichte
Die Kaste der Verlierer – das Schicksal der LeiharbeiterPanorama-Beitrag vom 20. November 2008
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Schikane am ArbeitsplatzMenschen und Schlagzeilen vom 15. April 2009
Rund 80 Prozent aller Arbeitnehmer verzichten aus Angst um den Arbeitsplatz auf KrankmeldungenPanorama-Pressemeldung vom 27. September 2007

UMFRAGE

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Mehr Menschen gehen krank zur Arbeit 

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