04.06.09 | 22:00 Uhr

Alte Pfründe: Steuermillionen für die Kirchen

Staat und Kirche sind in Deutschland getrennt. Vor mehr als 200 Jahren musste die Kirche Macht und Ländereien an die weltlichen Herrscher abgeben. Doch immerhin wurde die Kirche entschädigt, und zwar mit einer fürstlichen Regelung. Denn die Entschädigung bekam sie nicht einmalig, sondern seitdem in Form einer regelmäßigen Zahlung - bis in alle Ewigkeit?

Symbol Kreuz und Bibel © dpa

Noch heute zahlen zum Beispiel Kommunen Pfründe an die Pfarrer, selbst dann, wenn die Gemeinde schon lange keinen eigenen Pfarrer mehr hat. Städte müssen etwa den Umbau der Kirche berappen. Und auch die Gehälter der Bischöfe werden nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus dem Staatshaushalt bezahlt. Mindestens 400 Millionen Euro fließen heute noch auf Grund uralter Verträge Jahr für Jahr an die Kirche.

Rechtstitel, zum Teil aus Zeiten Napoleons, unterschrieben von Herzögen und Fürsten. Inzwischen wurden Kaiser gekrönt, Kriege geführt, Staaten gingen unter und wurden neu gegründet. Doch die Verträge blieben bestehen und die Kirchen kassieren weiter. Panorama über Staat und Kirche, die in Deutschland offenbar doch nicht so richtig getrennt sind.

Weitere Informationen und Berichte
Unsinnige Steuersubventionen - Milliardensegen für die KirchenPanorama-Beitrag vom 17. Oktober 2002