16.07.09 | 21:45 Uhr

Im Stich gelassen: Drama um Seeleute in Piratenhand

Die letzte Nachricht von ihrem Mann ist schon zwei Wochen alt. Der Kapitän der gekaperten Hansa Stavanger hatte seiner Frau in München eine Mail Geschrieben, einen verzweifelten Hilferuf. Es gebe auf dem Schiff kein Wasser mehr, kein Essen und keine Medikamente. "Wir können nicht mehr", so die Worte des Kapitäns. Inzwischen werden die Seeleute, darunter auch fünf Deutsche, seit mehr als 100 Tagen von somalischen Piraten gefangengehalten.

Das von Piraten entführten Hamburger Containerschiff "Hansa Stavanger" (Archivfoto). © dpa Fotograf: A9999 DB Hasenpusch

Die Bundesregierung hatte zwar Ende April eine Befreiungsaktion mit der GSG 9 geplant, diese allerdings in letzter Minute wieder abgeblasen. Die Vorbereitungen waren offenbar nicht professionell genug, denn am Ende fehlten vor Ort die nötigen Transporthubschrauber, kritisiert der SPD- Wehrexperte Rainer Arnold. Und die Lage der Geiseln habe sich nach der verpatzten Aktion sicherlich auch nicht vereinfacht.

Denn schon wenig später haben die Piraten von dem missglückten Polizeieinsatz der Deutschen erfahren. Seitdem überlässt der Krisenstab in Berlin die Verhandlungen mit den Piraten weitgehend dem Hamburger Reeder der Hansa Stavanger. Panorama über ein Geschacher um Millionen und Seeleute, die bislang vergeblich auf Rettung warten.

Weitere Informationen und Berichte
Hamburger Fracher von Piraten entführtMeldung vom 06. April 2009