Patient oder Profit – der Beutezug der Ärzte
Panorama - Die Reporter vom 05. Mai 2009
Behandlung gegen Vorkasse, Flucht von Ärzten aus armen Stadtteilen, Streik. Die jüngsten Meldungen aus dem Gesundheitssystem sind verstörend. Und für Patienten stellt sich immer mehr die Frage: welche Rolle spielen Geld und Profit für die Qualität der Behandlung? Reporter Kersten Schüssler hat sich im Selbstversuch auf eine Reise durch unser Gesundheitssystem gemacht.
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Er hat erlebt, wie Privatpatienten teure Behandlungen aufgedrängt bekommen. Er hat als Kassenpatient den ärztlichen Schnelldurchlauf kennengelernt. Und er hat erfahren, wie Ärzte auch bei gesetzlich Versicherten Kasse machen können: mit den sogenannten IGeL-Leistungen, die privat bezahlt werden und ihm auch bei teilweise fragwürdigen Erfolgsaussichten empfohlen wurden.
Mord ohne Sühne - die Grenzen des Rechtsstaats
Es ist ein unglaublicher Kriminalfall: Vor 15 Jahren wird die dreifache Mutter Andrea Butzelar in einer Videothek gefesselt und brutal ermordet. Und der mutmaßliche Täter Werner P. läuft frei herum. Werner P. wird in einem Gerichtsverfahren aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Heute, 15 Jahre später, liegen neue Beweise gegen den mutmaßlichen Täter vor. Dank neuester Technik ist eine DNA-Spur von Werner P. auf Klebeband an der Leiche identifiziert worden.
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Die Staatsanwaltschaft ist von seiner Schuld überzeugt, doch der mutmaßliche Täter muss sich nicht mehr vor Gericht verantworten. Denn ein Rechtsgrundsatz besagt: Niemand darf zweimal in der gleichen Sache angeklagt werden. Werner P. bestreitet die Tat bis heute. Reporter Christoph Lütgert geht auf Spurensuche und besucht die Familie des Opfers, trifft den Verdächtigen und forscht nach den Hintergründen dieses einmaligen Justizfalls.
Gemobbt und beschimpft – deutsche Schüler in Ausländerstadtteilen
Michael ist acht Jahre alt und an seiner Schule ein Außenseiter. Im Berliner Problemstadtteil Neukölln gehört er als Deutscher zu einer Minderheit. 96 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund. Auf dem Pausenhof wurde er schon verprügelt und als Christ beschimpft. Johnny, der 15-jährige, würde am liebsten wegziehen, und die 9-jährige Celina erzählt, dass ihre Eltern ihr geraten haben, arabisch zu lernen, damit sie sich wehren kann.
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Diskriminierung umgekehrt - ein neues Phänomen in Stadtteilen, in denen immer weniger Deutsche und immer mehr Migranten leben. Reporterin Güner Balci ging als Kind selbst in Neukölln zur Schule und stellt sich heute die Frage: wie konnte es so weit kommen?


