11.12.08 | 22:00 Uhr

Nächstenliebe oder Profitgier? Sterben mit Roger Kusch

Roger Kusch neben einem TV-Bildschirm, auf dem die verstorbene Frau aus Würzburg zu sehen ist. © dpa Fotograf: Marcus Brandt

Er gehört zu den umstrittensten Personen Deutschlands: Roger Kusch. Schon in seiner Zeit als Hamburger Justizsenator war er ein Hardliner, der aneckte und in die Schlagzeilen geriet. 2006 wurde er gefeuert. Knapp drei Jahre nach dem Rausschmiss ist aus dem Politiker ein Sterbehelfer geworden - der bekannteste Sterbehelfer der Nation.

Fünf Menschen hat er beim Suizid bislang begleitet. Fünf Menschen, für die das Leben angeblich keinen Sinn mehr machte, unerträglich war. Kusch betrachtet Sterbegleitung als Dienstleistung. Eine Dienstleistung, die er sich mit 8000 Euro bezahlen lässt. Das Prozedere ist immer gleich: Mit Hilfe seines gemeinnützigen Vereins informiert er die Menschen und rührt die Werbetrommel. Als Privatmann kassiert er ab.

Roger Kusch © dpa - Report Fotograf: Kay Nietfeld

Rechtlich konnte Kusch bisher für sein Tun nicht belangt werden, da ihm aktive Sterbehilfe, die in Deutschland verboten ist, nicht nachgewiesen werden konnte. Doch jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Verdacht: Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Hat Kusch rezeptpflichtige Medikamente weitergegeben? Medikamente, die den Tod der Menschen verursacht haben? Nicht die einzigen Fragen, die das Geschäftsmodell "Sterbehilfe" von Roger Kusch aufwirft. Panorama über einen Mann, der öffentlichkeitswirksam über Leben und Tod entscheidet.  

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