30.10.08 | 21:45 Uhr

Jugendhilfe ohne Sinn - der Staat lässt 18-Jährige im Stich

Service-Point Jugendamt © dpa - Report Fotograf: Patrick Pleul

Martin stand kurz vor dem Abitur, er hatte es fast geschafft. Dank eines vom Jugendamt Jena finanzierten Heimplatzes konnte er wieder Fuß fassen - weit entfernt von seiner Heimat, der Obdachlosenszene in Jena.

Dort hatte er sich jahrelang auf der Strasse durchgeschlagen. Doch dann kam sein 18. Geburtstag und mit ihm die Nachricht des Jugendamtes: Die Jugendhilfe wird mit der Volljährigkeit eingestellt, der Heimplatz nicht mehr gezahlt.

Wie weit der Junge inzwischen gekommen war, interessierte im Jugendamt Jena niemanden. Den möglichen Schulabbruch nahm man erst einmal in Kauf. Für sozial Schwache wird es ab dem 18. Lebensjahr überall in Deutschland schwieriger, Jugendhilfe zu bekommen. Kommunen sparen radikal und weisen Ansprüche immer öfter zurück. Mit verheerenden Folgen für den Steuerzahler: Denn viele junge Erwachsene werden ohne Jugendhilfe zum Sozialfall – und kosten den Staat dann erst recht Millionen. Die jahrelangen Investitionen und Bemühungen verpuffen – das Geld ist weg, das Ziel nicht erreicht.

Panorama über Fehlsteuerungen in der Jugendhilfe und die daraus entstehenden Kostenexplosionen.