Razzia-ähnliche Überprüfung bei städtischer Beschäftigungsgesellschaft wegen zweifelhafter Ein-Euro-Jobs

Der Panorama Bericht über den fragwürdigen Einsatz von Ein-Euro-Jobbern bei der Reinigung von Schulen in Leverkusen hat erste Konsequenzen.

Am Montag, den 21. April 2008, besuchten sechs Mitarbeiter der Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL) die städtische Beschäftigungsgesellschaft Job Service Leverkusen, um alle 250 Ein-Euro-Jobs auf die erforderlichen Kriterien "öffentliches Interesse" und "Zusätzlichkeit" zu untersuchen.

"Der Panorama Bericht war der Auslöser für die Untersuchung, nach dem wir auch vorher schon vereinzelt immer wieder Hinweise bekommen hatten", so AGL-Geschäftsführer Reinhard Buchhorn gegenüber Panorama. Die Überprüfung solle Anfang nächster Woche abgeschlossen sein.

"Schwierigkeiten in dem Lerneffekt"?

Büro der Bundesagentur für Arbeit © Jens Schlueter/ddp Fotograf: Jens Schlueter

Panorama hatte über eine Ein-Euro-Jobberin berichtet, die seit drei Monaten an einer Leverkusener Grundschule reinigt und als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt wird. Der Leiter der Job Service Leverkusen hatte dies mit "Schwierigkeiten in dem Lerneffekt" begründet.

AGL-Geschäftsführer Buchhorn distanzierte sich von dieser Begründung. "Drei Monate lang Putzen lernen - das kann nicht angehen." Es dürfe nicht sein, dass durch Ein-Euro-Jobber private Arbeitskräfte vedrängt werden. Buchhorn will nach dem Panorama-Bericht auch die 330 Ein-Euro-Jobs, die bei anderen Trägern in Leverkusen angesiedelt sind, überprüfen lassen.