Egon Bahr: Nato-Beitritt Georgiens wäre "abenteuerlich"

Egon Bahr hält einen baldigen Nato-Beitritt von Georgien für einen Fehler. "Ein Nato-Beitritt der Georgier in überschaubarer Zukunft steht für mich überhaupt nicht zur Debatte", sagte der ehemalige Bundesminister in einem Interview mit dem ARD-Magazin Panorama.

Egon Bahr (Archivbild vom 07.05.2007) © dpa-Report Fotograf: Johannes Eisele

Der Nato-Beitritt des Kaukasus-Staates berge Gefahren für den Westen, so Bahr. "Wir können  doch nicht riskieren, dass Saakaschwili wieder in bekannter Weise vorgeht, und wir müssen ihm dann gegen Russland helfen. Das ist abenteuerlich."

Der als Architekt der Entspannungspolitik im Kalten Krieg bekannt gewordene Bahr plädiert dafür, dass die "Politik der Entspannung und der Kooperation nicht abgelöst wird durch eine Politik der Konfrontation gegenüber Russland". Das wäre verheerend. "Europa darf nicht Opfer von Abchasien und Südossetien werden", so Bahr.

Angela Merkel hatte am 17. August, kurz nach Ende des jüngsten Konflikts, bei einem Besuch in Tiflis erklärt: "Georgien wird - wenn es will - Mitglied der Nato sein." Panorama berichtet in der Sendung am 28. August 2008 über den riskanten Kurs Deutschlands gegenüber Russland.