24.01.08 | 21:40 Uhr

Kristina Köhler und die "Deutschenfeindlichkeit"

Sie ist momentan der Star am deutschen Politiker-Himmel: Kristina Köhler, die neue Bundesfamilienministerin. Zwar hat sie weder eine eigene Familie noch war die Familienpolitik bisher ihr Steckenpferd, dafür ist sie aber immerhin als "Integrationsexpertin" der Union aufgetreten. Bei den zahlreichen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland immerhin eine Qualifikation fürs neue Amt.

Die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler sitzt im Bundestag in Berlin. © dpa - Bildfunk Fotograf: Rainer Jensen

Panorama kennt Kristina Köhler schon seit Anfang 2008. Damals versuchte sie, den hessischen Ministerpräsidenten Koch in seinem Wahlkampf zu unterstützen, und wollte zu diesem Zweck gegen die angeblich grassierende "Deutschenfeindlichkeit" vorgehen. Auslöser der These von der "Deutschenfeindlichkeit" war ein brutaler Überfall in München, bei dem irgendwann auch der Begriff "Du Scheiß-Deutscher" fiel.

Sowohl die Staatsanwaltschaft München als auch namhafte Experten widersprachen Köhler damals allerdings. Gerhard Schaberg vom deutschen Richterbund sagte: "Die unsinnigsten Anlässe führen dazu, dass in schwerstem, bis hin zu Tötungsdelikten, in schwerstem Maße Gewalttaten begangen werden. Dass das Motiv aber Deutschenhass wäre, das können wir hier kaum feststellen."

Die jetzige Ministerin ließ sich von diesen Einschätzungen allerdings wenig beirren. Sie verbreitete weiter ihre Thesen und berief sich auf einen ausgewiesenen Experten, den niedersächsischen Krimologen Prof. Christian Pfeiffer. Der allerdings bewertete es als "Missbrauch unserer Thesen, unserer wissenschaftlichen Befunde. Es gibt keine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, die belegen würde, dass die Deutschfeindlichkeit zunimmt."