30.10.08 | 21:45 Uhr

Das Versagen der Wirtschaftsprüfer

Ihre Berichte sollen gewissenhaft und unparteiisch sein. Darauf schwören Wirtschaftsprüfer einen Eid. Doch bei den Bilanzen der Pleitebanken ist ihnen offenbar einiges durchgerutscht - das wird in der aktuellen Finanzkrise immer deutlicher.

Euro-Scheine © dpa Fotograf: Michael Rosenfeld

Bankenkrise - Das Versagen der Wirtschaftsprüfer
Ihre Berichte sollen gewissenhaft und unparteiisch sein. Darauf schwören Wirtschaftsprüfer einen Eid. Doch bei den Bilanzen der Pleitebanken ist ihnen offenbar einiges durchgerutscht – das wird in der aktuellen Finanzkrise immer deutlicher.

Im Fall der Hypo Real Estate bescheinigten die Wirtschaftsprüfer dem Institut noch im Sommer 2008, dass es selbst im "worst-case-Szenario" jederzeit uneingeschränkt zahlungsfähig sei. Nur wenige Wochen später wurde öffentlich: Der Hypo Real Estate drohte die Insolvenz. Auch der Mittelstandsbank IKB hatten Wirtschaftsprüfer ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt - nur einen Monat später stand auch die IKB kurz vor der Pleite. Und bei der Sachsen LB hatten die Wirtschaftsprüfer 2006 einen Jahresbericht abgesegnet, der fast alle Risiken komplett außer acht ließ. Für die Bank kam jede Rettung zu spät. Inzwischen prüft das Sächsische Finanzministerium, ob es gegen die Prüfer Schadensersatzansprüche erheben kann.

Das Problem: Die Prüfer werden von der Bank bezahlt, deren Berichte sie prüfen müssen. Das ist Usus in der Branche. Die Fehler deshalb - reiner Zufall? Panorama über die fragwürdigen Kontrollmechanismen deutscher Banken.