06.09.07 | 21:45 Uhr

Verzögern und abwiegeln - Auch die Polizei im Westen verharmlost rechte Gewalt

Deutschland-Aufnäher ziert Jacke eines Neonazis © dpa - Report, Foto: Michael Hanschke © dpa - Report Fotograf: Michael Hanschke

Wenn im Osten mal wieder rechte Gewalttäter zugeschlagen haben, guckt der Rest der Republik ganz genau hin: wird verharmlost, wird vertuscht? Tun die Behörden auch wirklich alles zur schnellstmöglichen Aufklärung?

Im Westen hingegen scheint alles besser zu sein: Als Mitte August zwei Afrikaner im rheinland-pfälzischen Guntersblum von rechten Schlägern halb tot geprügelt wurden, stellte sich sogar Ministerpräsident Kurt Beck vor die Kameras, um Problembewusstsein zu dokumentieren. Allerdings erst eine Woche nach der Tat, aus "ermittlungstaktischen Gründen", wie es offiziell hieß.

Ermittlungstaktische Gründe? In Wahrheit hatten Polizei und Justiz dem rassistischen Verbrechen keine besondere Dringlichkeit beigemessen und wertvolle Zeit verstreichen lassen. Offenbar hatte es auch niemand bei Polizei und Justiz für nötig gehalten, den Bürgermeister von Guntersblum zu informieren. So kam es, dass dieser noch fünf Tage nach der Tat in einem Zeitungsartikel erklärte, er sei "sicher, dass ausländische Mitbürger keine Angst vor Attacken haben müssen".

Die Verharmlosung rechtsradikaler Gewalt und ihre Folgen. Panorama über ein Phänomen, das es nicht nur in Ostdeutschland gibt.